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Glosse Späte Eltern

Zwei neue Studien erhellen die Qualitäten „später“ Eltern. Wird ein Mann in höherem Alter noch einmal Vater, trägt das Kind Risiken. Ältere Mütter hingegen haben viele Vorzüge.

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Namen wollten wir hier eigentlich nicht nennen. Aber dann haben wir „späte Mütter“ gegoogelt. Und zwanzig Klickstrecken später können wir nicht anders: Carla Bruni, Halle Berry, Geena Davis und Gianna Nannini haben es getan: Im Alter von mehr als vierzig Jahren noch ein Kind bekommen. Das Thema ist offenbar so interessant, dass kaum ein Online-Boulevardmagazin es auslassen kann, reihenweise Promimütter fortgeschrittenen Alters abzubilden, gern mit Babybauch und schickem Umstandsabendkleid. Vertraut man Google, dann ist es wohl wesentlich weniger attraktiv, ältere Väter im Porträt zu zeigen. Die Suchmaschine zeigt beim Stichwort „späte Väter“ keine Fotostrecken, sondern seitenweise Berichte über eine isländische Studie, die gerade in „Nature“ erschienen ist. Forscher aus Reykjavik fahndeten im Erbgut von 78 Familien nach sogenannten de novo-Mutationen, die vor und nach der Befruchtung neu auftreten. Ein siebzig Jahre alter Vater überträgt achtmal so viele Mutationen an sein Kind wie ein Zwanzigjähriger. Die Wissenschaftler befürchten, dass so auch das Risiko für das Kind steigt, etwa an Schizophrenie oder Autismus zu erkranken.

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Natürlich ist die Liste der verdächtigen Prominenten lang, die ein solches Risiko eingegangen sind. Sehen will diese älteren Herren aber offenbar niemand. Und schimpfen auf sie auch nicht: Während sich die Internetnutzer unter den „Späte-Mütter“- Klickstrecken lang und breit über den Egoismus auslassen, den sie Nicole Kidman & Co. unterstellen, folgen Berichten über späte Väter Kommentare voller Nachsicht. Dabei zeigt eine ebenfalls gerade erschienene Studie im „British Medical Journal“, dass vierzig Jahre alte Mütter im Vergleich zu zwanzig Jahre alten deutlich besser abschneiden, wenn es um das Wohl ihrer Kinder geht. Die Kleinkinder hatten seltener Krankenhausaufenthalte, waren häufiger regelmäßig geimpft worden, und ihre Sprachentwicklung war besser verlaufen. Ideal wäre also wohl eine Verbindung eines nicht allzu alten Vaters mit einer nicht allzu jungen Mutter. Die Boulevardseiten allerdings geben dafür nur wenige Beispiele her.

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Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 03.09.2012, 06:00 Uhr

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Von Joachim Müller-Jung

Ärzte lieben Symbole, wie die Kunst und Geschichte. Und besonders lieben sie politische Symbole. Wenn Ärzte der Stadt Berlin also zehn Spree-Eichen spenden, dann steckt da sicher etwas dahinter. Oder wünschen sie sich einfach nur eine schönere, grüne Hauptstadt? Mehr 4