22.01.2013 · Männer waschen sich nach dem Toilettenbesuch seltener die Hände als Frauen, zeigen Studien in Campustoiletten. Aber offenbar ist auch entscheidend, wie viele Semester die Probanden schon studieren.
Von Christina HucklenbroichRichtlinien für Lesermeinungen
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Kein Händewaschen ohne Spiegelkontrolle
Wären in Toiletten die Waschbecken nicht mit Spiegeln ausgestattet
würde sich die Zahl der männlichen und weiblichen
Toiletten-Benutzer, die sich die Hände vorher und / oder nachher
waschen wohl sehr stark annähern und gemeinsam in den Bereich unter
5 % rutschen.
Im übrigen ist nicht nur eine Handhygiene in öffentlichen
Toiletten gefragt, sondern eine Ganzkörpgerhygiene zuhause.
Unsaubere Studie (Pun intended)
Die ganze Studie macht einige ganz fundamentalen Fehler: Zum einen gibt
es bereits fundierte Ergebnisse, dass die Anzahl Keime bzw. die Hygiene
vor allem bei Männern in keinem Zusammenhang steht mit dem
Händewaschen nach dem Besuch einer (öffentlichen) Toilette.
Zum anderen ist Befragung (erster Teil der Studie) hier eine vollkommen
unbrauchbare Methodik.
Grund für die Sache mit der Hygiene ist einfach: Vor allem bei
Nutzung des Pissoirs ist die einzige Möglichkeit Fremdkeime auf die
Hände zu übertragen die Benutzung des Wasserhahns und der
Türklinke. Solange der Mann sich also nicht über die Finger
pinkelt, ist es gemäss der Untersuchungen besser sich nicht die
Hände zu waschen. Ein weiteres Problem ist, dass die meisten
Menschen ihre Hände zu kurz waschen und damit durch das kurze
Anfeuchten (evtl. mit warmen Wasser) nur eine güstigere
Keimumgebung für Bakterien auf ihrer Handinnenfläche schaffen,
aber kein echter Reinigungseffekt eintritt.
Es mag durchaus ein ernster Hintergrund sein, aber wer den Artikel
liest, wird wohl nur die Stirn in Falten legen.
Wenn ich einen Erstsemester mit einem Kandiaten unter
Prüfungsstreß vergleiche, wundere ich mich NICHT, daß
die Ergebnisse verschieden sind!
Fakt mag sein, daß Frauen sich häufiger die Hände
waschen. Überrascht es dann, wenn die Vorstandsetagen
"sauberer" werden, wenn dort mehr Frauen arbeiten? Dafür
muß man wahrlich nicht studiert haben. Oder kommt die Studie zu
dem Ergebnis, daß sich Männer vermehrt die Hände
waschen, wenn mehr Frauen im Vorstand arbeiten?
Dann könnte die VorständIN denselben Mutterinstinkt haben, wie
die Kindergärtnerin und geht mit dem Kollegen zusammen
Händewaschen? Eben genau so, wie es Mutti ihrem
Sprößling gezeigt hat, bis er auf den Campus flüchtete.
Christina Hucklenbroich Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“
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