Nimmt man die Erkenntnisse zweier Soziologen von der Ohio State University ernst, dürfen schlankheitsbewusste Frauen über dreißig nicht mehr heiraten und Männer gleichen Alters, die sich ernsthaft um einen Waschbrettbauch bemühen, keine Scheidung mehr riskieren. Der Anfang und das Ende einer Ehe seien Risikofaktoren für Übergewicht, sagten Dmitry Tumin und Zhenchao Qian bei der Jahrestagung der amerikanischen Soziologischen Gesellschaft in Las Vegas.
Wer unter dreißig ist, kann unbesorgt sein
Die beiden Zeitfenster müssten zur Liste mit den bereits bekannten Risikofaktoren - Veranlagung, Mangel an Bewegung und zu viel und zu fettes Essen - hinzugefügt werden. Frauen würden eher in den ersten 24 Monaten einer Ehe zunehmen, Männer eher unmittelbar nach der Trennung von Tisch und Bett, so die Soziologen weiter. Die gute Nachricht: Wer unter dreißig ist, kann unbesorgt sein. Hochzeit und Scheidung taugen erst ab dem vierten Lebensjahrzehnt zum Dickmacher.
Die Wissenschaftler halten die Gewichtszunahme rund um Eheschließung und Trennung für vielfach so gravierend, dass sie von einer ernsthaften Gesundheitsgefahr sprechen, ja sogar von einem geschlechtsspezifischen „Gewichtsschock“ beim Wechsel des Familienstands. Ob es diesen Gewichtsschock auch am Anfang und am Ende einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft gibt, war in Las Vegas nicht zu erfahren.
Männer profitieren von der Ehe
Die beiden Soziologen können zwar aus ihrer Studie keine Ursachen für ihre Beobachtung ableiten, präsentieren aber trotzdem einige Erklärungen. Sie führten beispielsweise an, dass unverheiratete Frauen erfolgreicher ihr Gewicht halten als ihre verheirateten Geschlechtsgenossinnen. Der Rückzug vom Heiratsmarkt, die Beanspruchung durch die Familie und die gemeinsamen Mahlzeiten im Kreis der Lieben machen die Ehefrauen offenbar schwach im Kampf um Hüft- und Bauchspeck.
Die Ehemänner scheinen dagegen an der Seite ihrer Liebsten einen gesünderen Lebensstil zu pflegen, magerere Kost zu essen und von der emotionalen Unterstützung ihrer Ehefrau zu profitieren. Für die Männer kommt der „Gewichtsschock“ erst, wenn diese Fürsorge ein Ende hat. Medizinisch gesehen, wird die Situation damit vertrackt: Sollte man sich - der schlanken Linie wegen - jenseits der dreißig lieber für die Ehe entscheiden oder doch lieber für die Scheidung? Man kann das Blatt drehen oder wenden wie man will: Einer wird immer drauflegen.
Das dicke Ende der Ehe - ein treffliche Formulierung!
Horst-G. Willweber (rei-publicae)
- 04.09.2011, 22:00 Uhr
Die Soziologie hat festgestellt, festgestellt, festgestellt
Frank richter (richman2)
- 04.09.2011, 15:18 Uhr
Männer werden in der Regel über die Verehelichung dick, wenn sie es nicht schon
Fritz Garbor (Staffelberg2)
- 04.09.2011, 13:34 Uhr
Erklärungsansätze
Sascha Kwasniok (bernd_sauer)
- 03.09.2011, 21:20 Uhr
Soziologen ....
Janosh Gnisleh (jangnisleh)
- 03.09.2011, 13:04 Uhr
