Kleine Kinder lernen sprechen, weil sie Rückmeldungen von ihren Eltern oder Erziehern bekommen. Nur das Zuhören allein genügt nicht, um sprechen zu lernen. Sie funktionieren also wie Vögel, denn auch Küken brauchen die Signale älterer Tiere, um richtig singen zu lernen. Bei den Kuhstärlingen - einer amerikanischen Vogelsorte - bringen sogar die stummen Weibchen den männlichen Jungvögeln das Singen bei.
Die Kuhstärlingsmutter bedeutet ihrem Sprößling mit Gesten, welchen Klang sie besonders schätzt. So lernt der Nachwuchs richtig singen. Bei Menschen funktioniert das ganz ähnlich, fanden jetzt Michael Goldstein und seine Kollegen vom Franklin & Marshall College heraus.
Reaktion auf Laute verbessert Sprache
Die Forscher beobachteten acht Monate alte Kinder und deren Mütter beim Spielen. Sie maßen dabei, wie oft die Kinder einen Laut von sich gaben und wie die Mütter reagierten. Später wiesen sie die Hälfte der Mütter an, die Laute der Kinder besonders positiv zu quittieren, indem sie sie anlächelten, auf sie zugingen oder sie berührten. Die andere Hälfte hingegen sollte ihre Zärtlichkeiten nicht als Reaktion auf die Kinder, sondern wahllos verteilen. So erfuhren alle Kinder die gleiche Zuwendung, aber nur die Hälfte als Reaktion auf ihre Laute.
Die Kinder, die positive Rückmeldung auf ihre Sprachversuche erhielten, nutzten auch tatsächlich mehr Silben und Konsonanten-Vokal-Verbindungen als die Kinder ohne Feedback. Daraus schlossen die Forscher, daß Menschenkinder wie Vogelkinder soziale Signal brauchen, um kommunizieren zu lernen.
