Home
http://www.faz.net/-gx5-72fup
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Beschneidungsdebatte Amerika sieht Vorteile in der Beschneidung

Im Für und Wider um die Beschneidung von Jungen melden sich nun amerikanische Kinderärzte zu Wort: Sie sehen viele Vorteile in der Entfernung der Vorhaut bereits bei Kindern.

© dpa Vergrößern Rituell: Beschneidungsbesteck in der israelitischen Kultusgemeinde in Hof

Der Berufsverband der Kinderärzte in den Vereinigten Staaten, die American Academy of Pediatrics, hat seine Haltung zur Beschneidung von Knaben revidiert. Eine am Montag in der Verbandszeitschrift „Pediatrics“ veröffentlichte Untersuchung der neueren Literatur kommt zu dem Ergebnis, dass die medizinischen Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen.

Patrick Bahners Folgen:      

Geringere Ansteckungsgefahr

Die 2005 bekräftigte Stellungnahme aus dem Jahr 1999 hatte ein Gleichgewicht von Vor- und Nachteilen festgestellt. Nach heutigem Wissensstand, heißt es nun in dem mit der Standesorganisation der Gynäkologen, dem American College of Obstetricians and Gynecologists, abgestimmten “policy statement”, senke die Beschneidung die Risiken der Ansteckung mit HIV, Herpes, humanen Papillomaviren und Syphilis. Beschnittene Männer erkrankten seltener an Peniskrebs, für ihre Geschlechtspartnerinnen sinke die Gefahr des Gebärmutterhalskrebses. Im ersten Lebensjahr komme es seltener zu einer Harnwegsinfektion. Negative Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit des männlichen Gliedes, wie sie in der volkstümlichen Beschneidungskritik beschworen werden, seien nicht belegt. Ausgebildete Fachkräfte sollen die Operation mit Narkose vornehmen; das können auch „traditionelle religiöse Anbieter“ sein.

Mehr zum Thema

Nein zur Zwangsbeschneidung

Die Akademie hebt die Bedeutung religiöser Empfindlichkeiten hervor. Gegenüber der deutschen Diskussion ergibt sich ein seitenverkehrtes Bild: Aus Rücksicht auf Eltern, die aus religiösen Gründen die Prozedur nicht wünschen, sehen die Kinderärzte davon ab, sie für jedes männliche Neugeborene zu empfehlen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Heute in der F.A.Z. Zwangsschlichtung ist die letzte Möglichkeit

Was Sie nicht verpassen sollten: die wichtigsten Themen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von morgen – ab jetzt im E-Paper. Mehr

26.02.2015, 06:22 Uhr | Wirtschaft
Gedenken Stolperstein-Verbot spaltet München

In München ist das Anbringen von sogenannten Stolpersteinen auf öffentlichem Grund verboten. Die Steine sollen an Menschen erinnern, die von den Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg ermordet worden sind. Die israelitische Kultusgemeinde hält ein solches Gedenken für unwürdig. Mehr

26.01.2015, 16:09 Uhr | Gesellschaft
Muslimische Sportlerinnen Frauen, die sich Respekt erkämpfen

Ein Auge für alle, die nicht zusehen durften: Die Journalistin Solmaz Sharif gibt ein Magazin über muslimische Sportlerinnen heraus. Ein Gespräch über Unterdrückung, Gleichberechtigung und Heldinnen. Mehr Von Christoph Becker

03.03.2015, 12:03 Uhr | Sport
Big Data Nutzen und Risiken der Datenflut

Das Sammeln und Analysieren großer Datenmengen hat viele Vorteile für Unternehmen, staatliche Institutionen und Verbraucher. Aber wie steht es um Privatsphäre und Datenschutz? Mehr

06.11.2014, 10:30 Uhr | Wirtschaft
Was Sie heute erwartet Nächste Folge im Griechenland-Epos

Budapest bekam vier Oscars, aber Ministerpräsident Orbán seine Zweidrittel-Mehrheit weggenommen. Athen bekam keine Oscars - kann noch kommen. Sehen Sie heute die neueste Folge von Raus aus den Schulden. Mehr

23.02.2015, 07:21 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 28.08.2012, 17:10 Uhr

Keime ohne Grenzen

Von Jörg Albrecht

Alles blickt nun auf die Masern. Aber sie sind lange nicht das einzige Problem Mehr 1 2