Einen ersten biologischen Nachweis für die Alzheimer-Krankheit haben amerikanische Wissenschaftler entwickelt. Dazu messen sie die Konzentration eines Eiweißes mit dem Namen ADDL (Amyloid beta-derived diffusible ligand) in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Dieses Protein steht im Verdacht, sich zu Beginn der Alzheimer-Krankheit im Gehirn anzusammeln und das Gedächtnis zu blockieren. Der Test könnte helfen, die Demenzerkrankung bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu erkennen, berichten die Forscher in der aktuellen Online-Ausgabe der "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften. Bisher konnten ADDL-Proteine im Gehirnwasser nicht zuverlässig nachgewiesen werden, weil ihre Konzentration sehr gering ist. Die Diagnosemethode, die das internationale Forscherteam um William L. Klein und Chad A. Mirkin erarbeitet hat, ist eine Million Mal empfindlicher als herkömmliche Tests. Sie nutzt die Bionanotechnologie, um das ADDL-Eiweiß aufzuspüren. Dabei nehmen jeweils zwei winzige, mit Antikörpern ausgestattete Partikel ein Proteinmolekül in die Zange. Die Konzentration des ADDL war bei Alzheimer-Patienten im Mittel mehr als achtmal so hoch wie bei gesunden Versuchspersonen.
