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Meine Entdeckung 2012 „Das macht unglaublich glücklich“

Auch das Jahr 2012 hat große Forschung hervorgebracht und viele Erkenntnisse, die unser Weltwissen ein Stück voranbringen. Wir haben Forscher gefragt, was sie gefunden haben. Hier ihre persönlichen Entdeckungsgeschichten.

© F.A.Z. Bildergalerie der Autoren

Die weiße Pracht taut im Treibhaus

Immer weiße Weihnachten. Der Zauber des Schneefalls, den wir uns gerade besonders wünschen, ist in der Antarktis, dem „ewigen Eis“, jederzeit gegeben. Er spielt eine entscheidende Rolle für den Wasserkreislauf des Planeten. Doch wie beeinflusst der Schneefall die Bewegung des Eises in der Antarktis – und den globalen Meeresspiegel? Computermodelle ermöglichen uns, die Geschichte des weißen Kontinents besser zu verstehen – und abzuschätzen, wie die globale Erwärmung die Zukunft des Eispanzers verändern wird. Sie zeigen: Der Schneefall über der Antarktis wird durch die Erwärmung zunehmen, wodurch Wasser vom Ozean auf den Kontinent transportiert wird. Der weltweite Meeresspiegelanstieg könnte durch den verstärkten Schneefall in der Antarktis also abgebremst werden. Überraschenderweise haben unsere Forschungsergebnisse in diesem Jahr aber gezeigt, dass das Gewicht des zusätzlichen Schnees zu einer gravierenden Beschleunigung des Eisflusses führt – und viel von dem erwarteten Zuwachs an Eis dadurch wieder in den Ozean gelangt. Der Meeresspiegel könnte also stärker steigen als bisher erwartet. Wie stark genau und welche Auswirkungen das für uns hat, das wird mich in meiner Forschung auch weiterhin beschäftigen. Während wir also hierzulande auf Schnee zu den Festtagen hoffen, sollten wir uns vielleicht auch Zeit nehmen, über die Bedeutung der „weißen Weihnachten“ in der Antarktis nachzudenken.

Ricarda Winkelmann macht Erdsystemanalysen am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Antarktis_velocity_blue_2 © Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Vergrößern Gletscherströme: Antarktische Halbinsel (links)

Enzyklopädie  der Säugergene

Das Jahr 2012 war ein spannendes Jahr. Ein Beispiel: Vor einiger Zeit entdeckten wir Lungen und Herzprobleme in einem Modell für Glasknochenkrankheit. Nun konnten wir nachweisen, dass die frühe Sterblichkeit ursächlich von Problemen in Zellen von Lunge und Herz ausgelöst werden und zwar durch Mutationen im Typ 1 Kollagen Gen. Nur durch eine systemische Sicht auf den ganzen Organismus in der German Mouse Clinic am Helmholtz Zentrum München, wo 14 Teams interdisziplinär zu allen großen Krankheitsgebieten unter einem Dach zusammenarbeiten, war diese Entdeckung und die molekulare Aufklärung möglich. Die Ergebnisse sollen nun Medizinern helfen, Vorsorgeuntersuchungen und frühe Interventionsansätze zu entwickeln, um Patienten mit OI in der Zukunft noch erfolgreicher behandeln zu können. Aufbauend auf diesem ganzheitlichen Forschungsansatz der „German Mouse Clinic“ gelang es, ein internationales Konsortium mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus Europa, den vereinigten Staaten, Asien und Australien zu initiieren. Hier soll zu allen etwa. 20000 Genen des Säugetiergenoms eine weltweit erste Enzyklopädie von Genfunktionen eines Säugetiergenoms erstellt werden. In der German Mouse Clinic sind dabei besonders Gene von Interesse, die im Metabolismus eine Rolle spielen und beispielsweise relevant für Diabetes sein könnten.

Martin Hrabé de Angelis ist Genetiker am Helmholtz Zentrum München und an der Technischen Universität München


Die Weltkarte unseres Zusatz-Genoms

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Veröffentlicht: 24.12.2012, 08:00 Uhr