29.06.2005 · Forschern ist es gelungen, Hepatitis-C-Viren herzustellen, die genauso infektiös sind wie die natürlichen Erreger. Je besser man das Virus kennt, umso eher kann ein Impfschutz gefunden werden.
In den Vereinigten Staaten ist es gelungen, Hepatitis-C-Viren herzustellen, die genauso infektiös sind wie die natürlichen Partikel.
Bislang konnten nur speziell zurecht gestutzte Varianten ohne infektiöses Potential im Labor herangezogen werden. Durch diesen Erfolg wird der gesamte Infektionsprozeß im Reagenzglas nachvollziehbar und auch manipulierbar, wie die Gruppe um Charles M. Rice von der Rockefeller University im „Scienceexpress“, der Internetausgabe der Zeitschrift „Science“, berichten. Erste Erkenntnisse existieren bereits zum Befall der Zellen. Die Forscher konnten zeigen, daß sich das Virus über den Rezeptor CD-81 Zugang zu den Leberzellen verschafft. Dieser Rezeptor war zwar schon als Eintrittspforte für das Virus im Gespräch, einen klaren Beweis gab es allerdings nicht. Rice und seine Kollegen hoffen nun, weitere Details des Infektionsprozesses aufdecken und spezifische Abwehrstrategien entwickeln zu können.
Eine Hepatitis-C-Infektion ist eine der Hauptursachen für eine chronische Lebererkrankung oder eine Leberzirrhose. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. 170 Millionen Menschen gelten als bereits infiziert. Es existiert kein Impfschutz, und die Auswahl an Medikamenten ist gering. Viele der Mittel werden schlecht vertragen oder besitzen keine ausreichende Wirkung.