25.02.2013 · Weltweit überprüft man Therapien für die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung ADHS, die ohne Arzneimittel auskommen. Eine Übersichtsstudie zeigt nun, wie wenig aussagekräftig die Forschung zu dem Thema noch ist.
Von Christina HucklenbroichRichtlinien für Lesermeinungen
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Zuerst einmal erlauben Sie die Frage wodurch, Ihrer Meinung nach, der
signifikante Anstieg der ADHS-Diagnosen innerhalb weniger Jahre zu
begründen ist? Weiterhin wieviele "echte" ADHS Patienten,
mit einer wirklich massien Störung, sind darunter und wieviele
zeigen nur Verhaltensauffäligkeiten? Ich habe mit allen Fällen
schon zu tun gehabt und empfinde es als perfide diese Medikamente als
"Segen" zu bezeichen, wenn dann für die Pharmaindustrie.
Natürlich haben diese Medikamente ihre Berechtigung, aber nicht
wenn man sich damit seiner Verantwortung als Eltern aus Bequemlichkeit
entzieht. Es gibt keinerlei Studien, die ausschliesslich, selbst bei
massiven Störungen, nur auf eine medikamentöse Behandlung
abstellen. Auch Bachblüten, Sport, Zuwendung etc. können zu
einem Therapieerfolg beitragen.
Placebo
Was den signifikanten Anstieg der Diagnosen anbelangt, kann ich keine
qualifizierte Aussage treffen. Denkbar ist auch ein entsprechender
Anstieg der Diagnosen selbst, nicht des Auftretens. "Burn-Out"
wurde vor Jahren nie diagnostiziert, trotz des sicherlich schon
existierenden Auftretens.
Mir ging es um die quasi als Beißreflex oft einsetzende
Verteufelung von Medikamenten. Diese sind in schweren Fällen ein
Segen. Was hier gesagt wurde (von wegen Koffein+Placebo) ist dummes
Zeug, ebenso auf Placebos wie Bachblüten zu vertrauen. Ein massives
Ungleichgewicht im Neurotransmitterhaushalt bekommt man damit nicht ausgeglichen.
Sie haben selbstverständlich recht in der Feststellung dass
Zuwendung und Sport zu einem Therapieerfolg beitragen können,
insbesondere in minderschweren Fällen.
Schenkt den Kindern mehr Aufmerksamkeit - und es gibt daran kein Defizit mehr.
...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 11:48 UhrOffensichtlich haben Sie noch nie mit ADHS/ADS-Menschen zu tun gehabt.
k.w.T.
...sich mal in der Praxis einen Fall von echtem, ausgeprägtem ADHS an.
Versuchen Sie einmal eine Stunde lang, mit einem solchen Kind zu arbeiten.
Spätestens dann kommt die Erkenntnis, dass Medikamente hier ein
Segen für *alle* Beteiligten sein können.
Dies nur an die Adresse derjenigen, die glauben, man könne mit
Aufmerksamkeit, Sport und vielleicht noch Bachblüten eine massive
Störung kurieren.
Mit anderen Worten, die Fachwelt gibt mit sokratesmäßiger Weisheit zu:
"Ich weiß, dass ich nichts weiß" und bis dieser
Zustand behoben ist, werden weiter munter Pillencocktails für
Kinder zusammengestellt, denen mit einem Yogakurs, Sport oder mehr
täglicher Qualitätszeit mit ihren Eltern weit mehr geholfen
wäre.
Ich frage mich, wie viele dieser auf Ritalin gesetzten Jungen - und es
scheinen ja hauptsächlich Jungen das Problem zu sein - Väter
haben, die regelmäßig oder wenigstens wochenends mit ihren
Söhnen wandern, schwimmen, radfahren, oder joggen gehen.
Ohne ganzheitlichen Ansatz geht gar nix m.E.
Ein nicht gewünschtes Verhalten nur aus einer Ecke zu beleuchten
ergibt zwangsläufig Dunkelfelder. ggf wirkt sogar schon das
Arztgespräch als Pharmacon da plötzlich einer da ist der einem
ernst nimmt und der nicht zum Rest des aufgeregten Hühnerhaufens gehört.
Die "Selbstwiksamkeit"* bestimmter Enstpannungstechniken ist
nicht ausdrücklich erwähnt worden oder habe ich etwas übersehen.
* ggf das falsche Wort ich meine damit die Selbstermächtigung,die
Fähigkeit selbst Einfluß nehmen zu können zu erlernen
und nicht nur "Opfer" meiner Impulse(Krankheit) zu sein
Wieso wurden die medikamentösen Studien nicht miteinbezogen?
Denn nur so kann man die verschiedenen Ansätze gegeneinander
vergleichen und ein echtes Gesamtbild erhalten.
Zumal die Ursache von echtem ADHS/ADS im Dopaminhaushalt der
Nervenzellen liegt.
(Siehe zum Thema auch die Bücher von Frau Dr. Roswitha Spallek,
einer der erfahrendsten Kinderärztinnen mit Spezialiserung für
dieses Thema: "Große Hilfe für kleine Chaoten").
Noch eine Anmerkung, da es ja erfahrungsgemäß immer viele
inkompetente Meinungen zu diesem Thema gibt: Wer kein ADHS oder ADS hat,
reagiert auf die entsprechenden Medikamente etwa so, wie wenn man 1-2
Liter Espresso getrunken hat: Unruhe, Herzklopfen/Rasen etc., hinzu
kommt evtl. Weinerlichkeit. Es besteht also keinerlei Risiko, dass
nicht-ADHS/ADS-Kinder falsch medikamentiert werden, die werden das
nämlich sofort ablehnen. Insbes. wird deren Konzentration auch
nicht gesteigert, sondern ganz im Gegenteil deutlich herabgesetzt.
Was ist daran merkwürdig?
Daran ist überhaupt nichts merkwürdig.
Es wirkt wie Kaffee und hat den Ruf der Leistungsdroge.
Also stärkere Durchblutung mit Placeboeffekt. Für einen
Studenten im Klausurenstress reines Gold.
Ich habe damals zu den schlimmsten Zeiten der Diplomarbeit 2 Liter
stärksten Wiedererweckungskaffee getrunken. Eine Stunde Sport
hätte sicherlich mehr gebracht, aber erzählen sie das mal
einem Studenten im Klausurenstress.
Aber merkwürdig ist schon
das Ritalin bei Studenten sehr beliebt ist, weil es extrem
leistungssteigernd wirkt.
Bei den genannten Nebenwirkungen wundert mich das und ein wenig Googeln
schon liest man über andere Symptome.
Christina Hucklenbroich Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“
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