Home
http://www.faz.net/-gx3-120kt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Stammzellforschung Rohstofflager für Nervenzellen

 ·  An der Nutzung embryonaler Stammzellen entzünden sich Debatten. Doch nun scheint deren Gewinnung, zumindest mit Blick auf den Ersatz von Nervenzellen, zusehends überflüssig zu werden, weil sie sich in Zellkulturen ausgezeichnet vermehren lassen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Herstellung von beliebig vermehrbaren und wandelbaren embryonalen Stammzellen, die man durch das Zerstören früher Embryonen gewinnt, wird durch die Arbeit deutscher Forscher zusehends überflüssig. Ausgerechnet Oliver Brüstle von der Universität Bonn, der vor Jahren die bioethische Diskussion um die Embryonennutzung angestoßen hatte, präsentiert jetzt mit seiner Gruppe in den "Proceedings" der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (doi: 10.1073/pnas. 0808387106) eine "unerschöpfliche Quelle" für Nervenzellen, die von embryonalen Stammzelllinien - zumindest, was Nervenersatz angeht - unabhängig macht.

Die Forscher hatten aus embryonalen Stammzellen des Menschen in der Kulturschale Vorläufer von Nervenzellen erzeugt, die sich stabil vermehren und nach Zugabe von Biomolekülen zu unterschiedlichen Nerven- oder Gliazellen reifen lassen. Die Zellen dieser "primitivsten" Formen von Nervenvorläufern haben sich schon mehr als 450 Mal verdoppeln lassen. Nach der Transplantation der Zellen in Mäusegehirne hat Brüstle erstmals an einzelnen Zellen nachgewiesen, dass sich diese in das fremde Nervengewebe einbauen lassen und funktionstüchtig sind.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Bändigung des Klons

Von Joachim Müller-Jung

Das Klonen von Embryonen muss gezügelt werden. In der Praxis dürfte sich der biotechnische Fortschritt ohnehin als unbrauchbar erweisen. Die Alternativen sind vielversprechend. Mehr 24 61