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Restless-Legs Die Gene der ruhelosen Beine

14.08.2007 ·  In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen am Restless-Legs-Syndrom. Über dessen Ursachen weiß die Medizin noch immer wenig. Der Verdacht lag aber nahe, dass es vererbt wird. Jetzt haben Wissenschaftler tatsächlich die dafür verantwortlichen Gene entdeckt.

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Bei keiner anderen Erkrankung beobachtet man derart viele Häufungen innerhalb der Familie wie beim Restless-legs-Syndrom, dem Krankheitsbild der rastlosen Beine. Rund 50 Prozent der Betroffenen berichten, dass auch ihre Angehörigen von Unruhe und Schmerzen in den Beinen befallen werden, die manchmal nur durch ständige Bewegung erträglich sind. Da lag es nahe, nach einer genetischen Ursache zu suchen.

Jetzt ist die Gruppe um Juliane Winkelmann, die zu drei verschiedenen Münchener Institutionen gehört, nämlich zum GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, zur Technischen Universität und zum Max-Planck-Institut für Psychiatrie, fündig geworden. Die Münchener Wissenschaftler konnten, wie sie in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Nature Genetics“ berichten, drei verdächtige Genorte lokalisieren. Es handelt sich dabei um die Gene MEIS1, BTBD9 und LBXCOR1 auf den Chromosomen 2, 6 und 15.

Fast jeder Zehnte betroffen

Bei der Untersuchung wurden 236.758 Varianten im Erbgut von 401 Patienten, die an einem Restless-legs-Syndrom litten, mit denjenigen von nicht erkrankten Menschen verglichen. Solche genomweiten Assoziationsstudien gelten inzwischen als wertvolles Verfahren, mögliche Abweichungen in den Genen von Betroffenen in mehreren Schritten immer enger einzukreisen. Welche Rolle die identifizierten Genabweichungen für die Erkrankung spielen, ist allerdings noch offen. Das ist nicht verwunderlich, denn über die Ursachen dieses häufigen Leidens weiß man noch so gut wie nichts.

Rund acht Millionen Menschen leiden hierzulande am Restless-legs-Syndrom. Sie können wegen der Unruhe in ihren Beinen nachts oft nicht schlafen und fühlen sich am nächsten Morgen nicht selten wie erschlagen. Bei etwa einem Zehntel sind die Zustände so schlimm, dass sie ohne eine Behandlung mit L-Dopa oder Dopaminagonisten nicht auskommen. Die Substanzen verhalten sich wie der Nervenbotenstoff Dopamin, der im Zentralnervensystem an der Steuerung von Bewegungen beteiligt ist.

Gene schon im Mutterleib aktiv

Die jetzt enttarnten Gene sind zum einen in der embryonalen Entwicklung im Mutterleib aktiv, etwa dann, wenn sich Teilstücke von Beinen und Armen ausformen. Etliche Patienten mit Restless-legs-Syndrom berichten, dass sie in ihrer Kindheit auffällig stark unter Wachstumsschmerzen litten. Die Gene spielen zum anderen eine Rolle bei der Entwicklung und Verbindung von Nervensträngen im Rückenmark, die später als motorische Neurone mit den Muskeln verbunden sind und Bewegungen steuern.

Des Weiteren sind sie offenbar auch für Eiweißprodukte wichtig, die eine Schutzfunktion für jene Nervenzellen übernehmen, die mit Dopamin als Transmitter arbeiten. Jetzt gilt es, die Bedeutung dieser Genorte im Hinblick auf die Erkrankung noch genauer zu charakterisieren.

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