11.10.2006 · Ein umfassendes Rauchverbot scheint sich überraschend schnell positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung auszuwirken. Das legen aktuelle Beobachtungen in Italien nahe, wo die Rate akuter Herzinfarkte spürbar zurückgegangen sein soll.
In Italien ist innerhalb von sechs Monaten nach Einführung eines generellen Rauchverbots in Restaurants, Bars und anderen öffentlichen Räumen die Zahl an Patienten mit akutem Herzinfarkt merklich zurückgegangen. Das legen zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Analyse nahe.
Der Epidemiologe Francesco Barone-Adesi von der Universität in Turin und seine Kollegen haben die Daten aller Patienten zusammengetragen, die zwischen Februar 2001 und Juni 2005 aufgrund eines akuten Herzinfarkts in einem Krankenhaus der oberitalienischen Region Piemont behandelt worden sind. Wie die Autoren in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ (Bd. 27, S. 2468) berichten, wurden bis zum Dezember 2004 jedes Jahr etwa gleich viele Infarktkranke stationär versorgt. Nach Inkrafttreten des Rauchverbots Anfang 2005 sei es dann zu einer raschen Wende gekommen, zumindest bei der jüngeren Altersgruppe. In diesem Kollektiv habe die Infarkthäufigkeit zwischen Januar und Juni 2005 um durchschnittlich elf Prozent abgenommen.
Tatsächlich direkte Folge des Verbots
Inwieweit dies dem neuen Gesetz zu verdanken ist, wie die Autoren mutmaßen, läßt sich zwar noch nicht abschließend beantworten. Aber auch Peter Radke und Heribert Schunkert von der Medizinischen Klinik II der Universität in Lübeck halten einen solchen Zusammenhang für wahrscheinlich. Zum einen sei ähnliches auch in anderen Ländern beobachtet worden, zum anderen habe das Rauchverbot in Italien zu einem merklichen Rückgang des Zigarettenkonsums geführt. Ein geringerer Tabakverbrauch schütze nicht nur die Raucher, sondern auch die Passivraucher vor den schädlichen Inhaltsstoffen.
Es wird Zeit ...
Susanne Ruitenberg (SusanneRuitenberg)
- 11.10.2006, 14:29 Uhr