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Psychologie Ich werde schaden

 ·  Der bekannte Placebo-Effekt bei medizinischen Blindversuchen hat seinen naheliegenden Gegeneffekt: Befürchtungen von schädlichen Nebenwirkungen führen auch dann zu Beschwerden, wenn das verabreichte Mittel bloß die inhaltsfreie Testpille war.

Artikel Lesermeinungen (7)

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Franz Linnenbaum

NOCEBO

Es gibt keine Scheinpräparate! Wenn Placebos oder Nocebos tatsächlich objektivierbare Wirkung und Nebenwirkung entfalten, heilen und schaden können, kann man Ihnen keinesfalls den Status Scheinmedikament zuordnen. Dies wird aber leicht übersehen. Im Geflecht der gewiss komplizierten Materie psychosomatischer Krankheitsursachen und körperlicher Leiden bzw. ihrer Ausdrucksformen ist die Objektivierung möglicher Krankheitsursachen mittels Bildgebung - NMR, CT oder auch Röntgen - ein Segen für die Kranken. Man kann bei einem großen Anteil der Patienten damit vorhandene Ängste mit konkreten Beweisen abbauen. Wenn dies von den Psychologen aus Bochum als Körperverletzung angesehen wird, nehmen diese an, dass Ärzte die Bildgebung immer nur zur Verunsicherung und Angsteinflößung nutzen. Dies wirft ein Bild auf die problematische Einstellung, die ein Teil der Psychologen zu den Medizinern besitzt. Die psychologischen Fragebögen aber werden nur selten von Patienten gerne ausgefüllt. Sie beleuchten - wiederum natürlich nur bei einem Teil der Patienten - viele mögliche Symptome und rufen diese damit auch hervor und machen erst richtig krank. Fragebögen sind also schwere Krankheitsauslöser. Ihre Wirkung ist im Einzelfall unberechenbar.

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Felix Brunschwiler
Felix Brunschwiler (feelX) - 23.09.2009 15:23 Uhr

Hinweise auf Zigarettenpackungen

Konsequenterweise müssen aufgrund des Nocebo-Effektes alle Hinweise auf Zigarettenpackungen, die das Rauchen mit Krankheit und frühem Tod sowie Schädigung anderer in Verbindung bringen, verschwinden.
Die Hinweise und Fotos machen RaucherInnen erst recht krank.
Dies haben dann letztlich die Gesundheitsbehörden zu verantworten.

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Elisabeth-Christine Heun

Ich werde schaden

1976 (ich studierte im 3. Semester in Rostock Medizin) bat uns ein Professor "im Dienste der Wissenschaft" an uns ein Medikament erproben zu dürfen, dass eine euphorisierende Wirkung habe. Das waren wir uns schuldig. also willigten ca. 100 Studenten ein. Nach ca. 20 Minuten breitete sich eine unruhige Heiterkeit im Hörsaal aus, die auch durch des Professors mahnende Worte nicht beruhigt werden konnte. Plötzlich wurde die unten im Hörsaal die Tür aufgerissen, jemand stürzte herein und tuschelte mit dem Professor. Eine Weile Schweigen. dann trat der Professor gesammelt vor uns hin um zu verkünden, es habe leider eine Verwechslung gegeben, das Präparat, das wir genommen hätten, sei noch ganz am Anfang der Erprobung und man wisse kaum etwas über die Wirkungen. Man würde uns darum ein anderes Medikament geben, um Erbrechen auszulösen. Die ersten erbrachen, bevor sie das neue Medikament genommen hatten, die anderen innerhalb einer 1/4 Stunde.
Muss ich noch erwähnen, dass beide Stoffe ohne wirksame Substanz waren?
So neu ist das alles also nicht.
Aber ich hatte eine Lehre bekommen, die ich mein ganzes Berufsleben lang nie vergessen habe.

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emanuel fuchs

Sehr schönes Beispiel...

dafür, dass der menschliche Geist die Materie kontrolliert und der Glaube Berge versetzt: Du wirst, was du glaubst. Glaubst du an die Nebenwirkungen, wirst du krank, glaubst an die Heilwirkungen, wirst du gesund. Schön, dass derartige Erkenntnisse langsam Einzug in die Mainstream-Medizin halten.

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St. Koch
St. Koch (Pensacola) - 22.09.2009 10:39 Uhr

ratlos

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern wie ratlos mich, das Schulterzucken meines Hausarztes zurückließ der meinte, er wisse nicht mehr wie er (nach fünf Jahren fast erfolgloser Behandlung, fetten Medikamentenzuzahlungen und offensichtlich zeitverschwendenden Arztbesuchen) noch auf meine Beschwerden reagieren könne. Seine Kenntnis an Medikamenten sei nun erschöpft. Aus seiner Sicht sei ich "austherapiert". Nur um das mal klarzustellen, an den betreffenden Beschwerden leidet in Deutschland jeder Vierte! Aber was tun ? Ganz klar - Arztwechsel. Leidende Menschen suchen Trost und Hoffnung und keine Dekadenz auf ihre Kosten.

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 21.09.2009 19:12 Uhr

Interessant...

...die Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Patienten sowie auch die mitwirkende Persönlichkeitstruktur. Unterbewußtsein und Menschenkenntnis des erfahrenen Arztes bemerkt manche Konditionierung rechtzeitig auch im Sinne von Abwehr (Psychokandidat, Somatisierung usw.). "Droge Arzt" scheint sich immer mehr zu bewahrheiten...trotzdem wird viel beeinflußt durch Einstellungen und Erwartungen das Patienten.

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Nader Dastghaibi
Nader Dastghaibi (NaderD) - 21.09.2009 17:39 Uhr

Placebo Effekt durch positive Visionen

Ich hatte vor 1.5 Jahren einen sehr schweren Sportunfall mit doppelten Bruch beider Unterschenkel. Bis auf mein Chefarzt ,der sich da zurück hielt haben mir alle bescheinigt, auch in der Reha ich könnte Leistungssport (Triathlon) vergessen.
Ich habe nie aufgehört an mir zu glauben und bis 25h/Woche Sport gemacht und heute bin ich auf dem Rad schneler und beim Laufen fehlen mir noch 2 Monate Training ,damit ich besser bin als vor dem Unfall! Fakt ist ,ich habe stets postiv gedacht und jede negative Stimmung sofort durch Weinen aus mir rausgepresst.
Habe nie den Glauben an mir verloren. Mein Chefarzt sagt zu mir in seiner 40 jährigen Praxis hat er sowas nicht gesehen und er operriert 1000 im Jahr.
Leider denken die wenigsten Menschen so wie ich. Wenn ich mich aufgegeben hätte, wären meine Knochen niemals so stabil geworden geschweige denn meine Muskeln wieder so leistungsfähig. Wenn ich denke,dass ich letztes Jahr um die selbe Zeit im Rollstuhl saß und gestern 90km Rennrad in 27khm und dann nach 3h 15km im Wald bei Tempo 5min gelaufen bin. Das ist ein Wunder,eben weil ich durch meine positiven Gedanken und Lebensweise das maximal aus mir rausgeholt habe.
Der Wille eines Menschen entscheidet sehr was aus ihm wird! :-)

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