Home
http://www.faz.net/-gx3-75lat
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Mittwoch in „Natur und Wissenschaft“ „Es wird häufiger Krisen geben“

Noroviren in Erdbeeren und Ehec-Keime in Sprossen: Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung, ist sich sicher, dass der Verbraucherschutz neue Nachweismethoden braucht. Redakteurin Christina Hucklenbroich hat mit ihm gesprochen.

© F.A.Z. Vergrößern

Auszug aus dem Artikel:

„...Frage: Ein klassisches Forschungsfeld des BfR sind die Krankheitserreger in Lebensmitteln. Welche Herausforderungen kommen auf Sie zu, gerade auch im Hinblick auf Viren wie auf den Erdbeeren aus China?

Andreas Hensel: Die ganz klassischen Zoonosen wie Milzbrand, Rindertuberkulose oder Brucellose sind in Europa ja weitgehend getilgt. Im Moment haben wir eher mit Zoonosen zu tun, die Kulturfolger sind: Die Tiere werden nicht krank, aber der Mensch infiziert sich an tierischen Produkten. Das konzentriert die Forschung auf die Analytik und die Vorbeugung. Die Erforschung der virenassoziierten Infektionen ist ein Feld, das ganz stark damit zu tun hat, dass, anders, als man lange glaubte, zoonotische Krankheitserreger auch durch Pflanzen übertragen werden können - wie bei den Sprossen und den Erdbeeren. Wegen der hohen Fallzahlen von Rota- und Norovirusinfektionen, ,konzentrieren wir uns derzeit auf Nachweismethoden von Viren. Die Problematik dahinter ist, dass es sich nicht um die klassische virologische Analytik handelt, bei der man den Erreger in Blut oder Gewebe über Antikörper schnell und sicher nachweisen kann. Bei Pilzen, Obst oder Gewürzen geht das nicht, hier sind wir auf die Elektronenmikroskopie und molekularbiologische Methoden wie die PCR angewiesen. Hier gibt es immer auch Matrixeffekte, zum Beispiel bei der PCR. Pflanzliche Substrate können Inhibitoren enthalten, das beeinflusst die Empfindlichkeit der Methode erheblich. Die Tests schlagen erst bei tausend Viren pro Gramm Lebensmittel an, für eine Infektion reichen aber schon hundert Viren, weshalb wir derzeit auch nicht sagen können, dass ein auf Noroviren negativ getestetes Lebensmittel sicher ist.“

Der vollständige Artikel ist in der Mittwochbeilage „Natur und Wissenschaft“ der F.A.Z. zu lesen.

Sie können die F.A.Z. hier auch als E-Paper herunterladen.

Ansprechpartner:  wissenschaft@faz.de

22711387

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Heute in der Zeitung Psychosen sind des Teufels

Über schrumpfende Gehirne durch Antipsychotika, Einsteins Wirkung im All, raffinierte Ameisenfänger mit Kannenfallen und Handprothesen mit Fingerspitzengefühl berichten wir diesmal in unserer Beilage Natur und Wissenschaft. Mehr

20.01.2015, 23:28 Uhr | Wissen
Ebola-Epidemie in Westafrika Tod ohne Grenzen

Die Ebola-Epidemie in Westafrika mit Tausenden Toten ist die bislang größte ihrer Art. Die internationale Gemeinschaft reagierte spät, jetzt kommt sie mit der Hilfe kaum hinterher. Wie konnte es so weit kommen? Mehr Von Florian Siebeck und Christina Hucklenbroich

05.01.2015, 17:19 Uhr | Gesellschaft
Heute in der Zeitung Pluto, wir kommen!

Von den Ursachen für Krebs, der Pille danach, den Recyclingsbemühungen für Raumschiffe und der Plutosonde New Horizons sowie von einem vielversprechenden neuen Breitband-Antibiotikum, einer Stammzelltherapie nach Herzinfarkt und von militanten Tierrechtsaktivisten in Tübingen berichten wir in der heutigen F.A.Z.-Beilage Natur und Wissenschaft. Mehr

14.01.2015, 06:00 Uhr | Wissen
Immer dahin, wo es kachelt

Storm Chasing ist in Nordamerika eine Aktivität zwischen Sport und Wissenschaft. Aber auch hierzulande fühlen sich Menschen von Unwettern angezogen. Und auch Deutschland ist Tornadoland. Mehr Von Andreas Frey

27.08.2014, 07:54 Uhr | Aktuell
Davos Der Terminplan

Das Weltwirtschaftsforum in Davos findet dieses Mal vom 21. bis 24. Januar 2015 statt. Gewöhnlich sind Hunderte von einflussreichen Top-Managern, Bankern und Entscheidungsträgern dabei anwesend. Ein Blick in das Programm. Mehr

19.01.2015, 16:07 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.01.2013, 15:11 Uhr

Pegida in Grün

Von Joachim Müller-Jung

Sollte das ein Geschenk zur Grünen Woche sein? Die Regierung will Gentechnik auf dem Feld verbieten und demontiert dafür die Wahrheit. Wut statt Vernunft - wie viel Pegida steckt da in der Regierung? Mehr 65 81