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Konflikt um Landärzte Wertverlust

17.08.2011 ·  Das Versorgungsstrukturgesetz soll die medizinische Versorgung flächendeckend sicherstellen - indem es Ärzte mit finanziellen Anreizen auch in ländliche Regionen lockt. In vielen Foren diskutieren Mediziner jetzt über das Thema.

Von Lucia Schmidt
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Ärzte wollen nicht mehr auf dem Land arbeiten. Die Gründe dafür sind so individuell wie vielfältig. Schlechte Bezahlung, mehr Arbeit und fehlende Infrastruktur sind nur einige der vielen Ursachen, die in den vergangenen Tagen und Wochen diskutiert wurden. Das kürzlich vorgestellte Versorgungsstrukturgesetz soll eine gute medizinische Versorgung flächendeckend sicherstellen.

„Top-Honorare auf dem Land“

Doch kaum beschlossen, wettern die Kritiker nun über den „Geldregen für Mediziner“ und die „neuen Top-Honorare auf dem Land“. Träfen diese Aussagen zu, müssten Ärzte eigentlich in Jubelstürme ausbrechen, Kisten und Koffer packen und aufs Land ziehen. Doch in Ärzteforen und Medizinerkreisen lassen sich keine Glücksschreie vernehmen. Wollen Ärzte etwa noch mehr Geld? Nein, es scheinen vielmehr Art und Inhalt solch gegenwärtiger Diskussionen zu sein, die den Ärzten zusetzen und ihnen einen Mangel an Wertschätzung vermitteln.

Es frustriert sie, wenn Kritik daran geübt wird, dass Landärzte durch die Gesetzesänderung ohnehin nötige und erbrachte Leistungen jetzt auch abrechnen dürfen. Sie fragen sich, wie andere Berufsgruppen reagieren würden, wenn ihnen von Gesetzes wegen abverlangt würde, zugunsten von Mitbewerbern auf Einkommen zu verzichten. „Unter solchen Bedingungen würde in Politik und Wirtschaft niemand einen Finger krumm machen“, lautet die Antwort in einem der Forenbeitrag. Just solche Bedingungen werden aber für die Ärzteschaft gefordert.

Eine gute Versorgung kostet Geld

Klar ist: Mit jeder weiteren Diskussion über eine angemessene Vergütung von Ärzten wird das Verhältnis zwischen Arzt und Patient weiter zerrüttet. Auf Ärzteseite schwindet die Motivation und auf Patientenseite das Vertrauen. Ärzte sind heute mehr als früher hin und her gerissen zwischen der besonderen Verantwortung, die ihr Beruf mit sich bringt, und den wirtschaftlichen und politischen Anforderungen, vor denen sie stehen.

Das Verlangen nach einem unabhängigen Arztberuf und einer optimalen Versorgung der Bevölkerung stehen im Konflikt zu Gesetzen und Forderungen, welche die ärztliche Berufsausübung und die freien Entscheidungen einschränken. Ohne Zweifel: Eine gute Versorgung kostet Geld. Wertschätzung und Verständnis dagegen sind auch im maroden Gesundheitssystem immer noch umsonst. Und die sollten wir uns leisten dürfen.

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