Home
http://www.faz.net/-gwz-7405v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Kardiologie Bessere Gefäßstütze aus Biopolymer

Das Material ist vergänglich: Eine neuartige Gefäßstütze, ein Stent für verengte Herzkranzarterien, wird aus einem abbaubaren Biopolymer gefertigt. Welche Vorteile birgt das?

© dpa Operation am Deutschen Herzzentrum Berlin

Zur Behandlung von Patienten mit verengten Herzkranzarterien steht seit kurzem eine neuartige Gefäßstütze, ein Stent, zur Verfügung. Im Unterschied zu den Vorgängern besteht dieser Stent nicht aus Metall, sondern aus einem abbaubaren Biopolymer. Von der Vergänglichkeit des Materials verspricht man sich, die Schwachstellen der bisherigen Stent-Therapie beseitigen zu können. So führen die Gefäßstützen der ersten Stunde, die „nackten“ Stents, häufiger zu einem Wiederverschluss der behandelten Ader, da sie in der Gefäßwand teilweise starke zelluläre Wucherungen auslösen.

Wie lange dauert der Abbauprozess?

Derartige Rückfälle treten bei ihren Nachfolgern zwar kaum noch auf. Denn die beschichteten Stents geben einen Wirkstoff ab, der das Zellwachstum unterdrückt. Andererseits bergen sie aber ein erhöhtes Risiko für thrombosebedingte Verschlüsse - möglicherweise, weil die von ihnen freigesetzten Zytostatika die natürlichen Heilungsprozesse behindern. Patienten, die beschichtete Stents erhalten, müssen daher längerfristig gerinnungshemmende Mittel einnehmen. Auch die seit kurzem erhältlichen, abbaubaren Gefäßstützen sind zwar mit Zytostatika imprägniert. Da sie sich mit der Zeit aber auflösen, sollten die einschlägigen Gefahren nur vorübergehend bestehen - so jedenfalls die Hoffnung. Ob sie sich erfüllt, lässt sich aufgrund des Mangels an Daten bislang nicht sagen. Unklar ist zudem noch, wie stabil die neuen Stents sind, wie vollständig sie resorbiert werden und wie lange der Abbauprozess dauert.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Reizdarmsyndrom Eine Krankheit - viele Erklärungen

Reizdarmsyndrom ist ein Begriff für ein schweres Krankheitsbild, dessen Ursache noch nicht vollständig geklärt ist. In die Psychoecke stellt man die Betroffenen aber heute nicht mehr. Mehr Von Nicola von Lutterotti

26.06.2015, 14:28 Uhr | Wissen
Peru Ärzte locken Wurm mit Basilikum aus Patienten-Auge

Mit einer ungewöhnlichen Methode haben Ärzte ihren Patienten von einem Parasiten befreit. Mehr

05.06.2015, 14:43 Uhr | Gesellschaft
Modellbau-Affäre Bitterböse Parodie auf eine Therapie

Mit Modellautos des Dreifachmörders Roland S. verdiente sich das Ehepaar Haderthauer eine goldene Nase. Als Zeuge im Untersuchungsausschuss erklärt er nun, wie aus seiner Therapie ein Geschäftsmodell wurde. Mehr Von Albert Schäffer

26.06.2015, 17:29 Uhr | Politik
Oldenburg Lebenslang für Ex-Krankenpfleger

Das Landgericht Oldenburg verurteilte Niels H. wegen Mordes an Patienten, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung. Hinterbliebene begrüßten das Urteil. Mehr

26.02.2015, 18:05 Uhr | Gesellschaft
Bestnoten für alle Pflege-TÜV wird reformiert

Nicht genug Essen, schlechte Fürsorge: Obwohl teils erhebliche Mängel vorliegen, verteilt der Pflege-TÜV flächendeckend Sehr-gut-Gesamtnoten. Das missratene Kontrollinstrument für Pflegeheime soll nun von Grund auf überarbeitet werden. Mehr Von Andreas Mihm, Berlin

22.06.2015, 09:11 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.11.2012, 07:00 Uhr