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Herzstudie enthüllt Lebensretter falsch eingestellt

 ·  Schock für Patienten mit Herzrasen. Der Defibrillator könnte zu früh feuern. Die Geräte sind schlecht programmiert und erzeugen unnötige Elektroschocks.

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Kleine Veränderung, große Wirkung: Mit einer simplen Umprogrammierung des implantierten Schockgebers, Defibrillators, gelingt es offenbar, sowohl die Zahl der unnötigen Stromtherapien als auch jene der Todesfälle drastisch zu verringern. Belege für einen solchen Nutzen liefert eine aktuelle Studie, die gerade auf dem amerikanischen Herzkongress in Los Angeles/Kalifornien vorgestellt und zeitgleich im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht worden ist.

Den Herztod abwenden

Im Brustraum versenkt und über Elektroden mit dem Herzen verbunden, besitzen die implantierbaren Schockgeber die Fähigkeit, Herzrasen zu erkennen und mit elektrischen Impulsen oder – falls diese nichts nützen – mit einem Stromstoß zu beenden. Ziel der Elektrotherapie ist es, einen plötzlichen Herztod  abzuwenden. Zwar oft lebensrettend, haben die Schockgeber auch einige Nachteile. Hierzu zählt, dass sie mitunter bei harmloseren Arten von Herzjagen losfeuern.

Um diesem für die Patienten extrem belastenden Manko zu begegnen, haben Wissenschaftler um den amerikanischen Kardiologen Arthur Moss von der University of Rochester in New York die Defibrillatoren von 1500 Patienten auf drei unterschiedliche Arten programmiert: Bei einem Drittel der Probanden, der Kontrollgruppe, stellten sie die Gerätesensoren wie bislang üblich so ein, dass die Impulsabgabe zweieinhalb Sekunden nach einer akuten Beschleunigung des Pulses auf 170 Schläge pro Minute erfolgte. Bei einem weiteren Drittel verlängerten sie die Pause bis zur Aktivierung des Apparats demgegenüber auf 60 Sekunden. Und beim übrigen Drittel sorgten sie dafür, dass der Defibrillator erst ab einer höheren Herzfrequenz von 200 Schlägen pro Minute reagierte, dann allerdings bereits nach zweieinhalb Sekunden.

Das Ergebnis: Beide neuen Einstellungen – sowohl die Aktivierung nach einer einminütigen Pause als auch jene bei einer höheren Herzfrequenz – waren der herkömmlichen Vorgehensweise haushoch überlegen. Sie verminderten nicht nur die Zahl der unnötigen Schockabgaben, sondern senkten auch die Sterblichkeit der Patienten.

Sinkende Sterblichkeit

Am meisten profitierten jene Probanden, deren Defibrillator erst ab einem Puls von 200 Schlägen pro Minute in Gang kam. Diese Personen mussten 80 Prozent weniger überflüssige Schockabgaben ertragen als die Teilnehmer der Kontrollgruppe und wiesen darüber hinaus eine 50 Prozent geringere Sterblichkeit auf – ein Ergebnis, mit dem die wenigsten gerechnet hatten.

Risiko für Patienten?

Vor der Studie waren Bedenken aufgekommen, dass die erst später einsetzende Schocktherapie das Risiko für einen Herztod erhöhen könnte. Wie einer der Studienautoren, der Kardiologe Helmut Klein von der University of Rochester, betont, war es aus dem Grund auch schwierig gewesen, die Ethikkommissionen von der Notwendigkeit des Projekts zu überzeugen. Ein Glück für die Betroffenen, haben diese dann doch grünes Licht gegeben.

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