08.11.2012 · Schock für Patienten mit Herzrasen. Der Defibrillator könnte zu früh feuern. Die Geräte sind schlecht programmiert und erzeugen unnötige Elektroschocks.
Von Nicola von LutterottiRichtlinien für Lesermeinungen
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Wenn die Ethikkommission aus Mitgliedern besteht, die zugleich
medizinische Fachleute sind, habe ich nichts dagegen einzuwenden. Aber
niemand, der nicht den notwendigen medizinischen Sachverstand hat, kann
sich ein Urteil darüber anmassen, ob die Justierung eines
Defibrillators ethisch vertretbar ist. Er/sie müsste sich
völlig auf die Risikobewertung der Fachleute verlassen. Und da kann
ich nicht sehen, wieso die Mediziner nicht SELBST wissen, was ethisch
vertretbar ist und was nicht. Kants m.E. richtige Ansicht war, dass es
in Fragen der Ethik keine Experten (für Ethik) gibt.
Als jemand, der selbst einen Herzinfarkt hatte, brauche ich
übrigens keine Belehrung darüber, dass es bei Defibrillatoren
um Tod und Leben geht, auch wenn sie vielleicht gut gemeint ist.
Hier zeigt sich wieder einmal, dass der Glaube, für moralische bzw. ethische Entscheidungen brauche man "Experten", in die Irre geht. Schon Immanuel Kant war der Meinung, dass man jedem Menschen zutrauen kann und muss, sich ein vernünftiges Urteil über das bilden zu können, was ethisch vertretbar ist. Wozu brauchen also Kardiologen und Fachleute für medizinische Technologie noch zusätzlich eine "Ethikkommission"?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.11.2012 12:28 UhrHerr Freundlieb, ...
... Wenn Sie wüssten, auf welche fragwürdigen Studienkonzepte
so mancher Forscher verfällt, die Patienten zu Versuchstieren
degradieren würden, so hätten Sie sicherlich eine genau
entgegengesetzte Meinung zu der Wichtigkeit der Ethikkomissionen in
Zivilisierten Ländern.
Auch, wenn so manche Verfahrensteile und die damit verbundenen
Widerstände bisweilen zeitintensiv und fraglich zielführend
sind, so hat sich die Ethikkommission als Kontrollgremium doch SEHR bewährt.
Ein automatischer Defibrillator ist im Grunde nichts anderes als Eine
automatisierte WIEDERBELEBUNG bei ansonsten in den meisten Fällen
zum Tode führenden Schwersten Rhytmusstörungen !
Im konkret beschriebenen Fall einer Studie geht es buchstäblich um
Leben und Tod ! Sogar zusätzlich um die große Gefahr,
daß bei suboptimalem Ergebnis der automatisierten Schockabgabe
langandauernde Kreislaufzusammenbrüche zu Hirnschäden
führen könnten !
Es ist keine Studie über eingewachsene Fußnägel, sondern
über Wiederbelebung !
Fachleute
Eine medizinische Ethikkommission besteht überwiegend auch aus
Fachleuten (Medizinern). Es ist gut, daß jede Studie am Menschen
vor ihrer Durchführung von einer Ethikkommission geprüft wird,
deren Mitglieder nicht am Projekt beteiligt sind. Das verlangen die
weltweit gültigen Richtlinien zu klinischen Studien, und in vielen
Ländern auch die Arzneimittel-/Medizinproduktgesetze.
Das bedeutet keinen Zweifel an der Vernunft und Verantwortung der
Beteiligten an der Studie. Es dient diesen vielmehr zur Absicherung und
hilft, Fehler vorher zu erkennen und dadurch zu vermeiden.