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Herzinfarkt Der kleine Unterschied im Herzen

19.11.2003 ·  Die Statistik zeigt, daß Frauen keineswegs von Herzkrankheiten verschont bleiben. Beim weiblichen Geschlecht äußern sich Infarkte jedoch oft anders als bei ihren männlichen Leidensgenossen.

Von Nicola von Lutterotti
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Herzinfarkte galten lange Zeit als typische Männerkrankheit. Daß das weibliche Geschlecht von der sogenannten koronaren Herzkrankheit und ihren Folgen, etwa Herzinfarkt und Herzschwäche, keineswegs verschont bleibt, zeigt indes die Statistik. Zwar erkranken Frauen durchschnittlich erst zehn Jahre später am Herzen als ihre männlichen Leidensgenossen. Auch bei ihnen zählen aber Herzattacken inzwischen zu den häufigsten Todesursachen. Die Vorboten eines Infarkts werden oft verkannt. Ein wesentlicher Grund hierfür dürfte sein, daß sich Herzattacken bei Frauen oft anders bemerkbar machen als bei Männern. Das geht auch aus einer amerikanischen Studie hervor, deren Ergebnisse soeben in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Circulation" veröffentlicht worden sind.

An der Universität für medizinische Wissenschaften in Little Rock/Arkansas sind Jean McSweeney und seine Kollegen der Frage nachgegangen, wie sich ein Herzinfarkt beim weiblichen Geschlecht ankündigt. Hierzu untersuchten sie rund 520 Frauen, die aufgrund eines akuten Herzanfalls ins Krankenhaus gekommen waren. Wie sich ergab, litt nur rund die Hälfte der Frauen während des Herzanfalls an Mißempfindungen im Brustbereich - dem gängigsten Infarktmerkmal des männlichen Geschlechts. Zudem erwiesen sich diese Beschwerden oft als wenig zielführend, weil sie etwa im Oberbauch oder im Rücken auftraten. Als häufigstes Krankheitssymptom trat bei den Patientinnen der amerikanischen Studie vielmehr Kurzatmigkeit auf, gefolgt von Schwächeanfällen, ungewöhnlich starker Müdigkeit, Schwindelgefühlen und Ausbrüchen von kaltem Schweiß. Die meisten Teilnehmerinnen der Studie hatten schon im Vorfeld des Herzanfalls solche Beschwerden gehabt. Viele von ihnen klagten außerdem über ausgeprägte Schlafstörungen.

Die Risikofaktoren sind die gleichen

Daß inzwischen immer mehr Frauen Opfer eines Herzinfarkts werden, liegt an der Zunahme der kardiovaskulären - Herz und Kreislauf betreffenden - Risikofaktoren in der Bevölkerung. Auch beim weiblichen Geschlecht beruhen Herzattacken größtenteils auf vermeidbaren gefäßschädigenden Einflüssen, etwa einem schlecht eingestellten hohen Blutdruck, Übergewicht, Tabakkonsum und Mangel an Bewegung.

Frauen mit einem Infarkt suchen gewöhnlich viel später einen Arzt auf als Männer. Darauf hat Christiana Schannwell von der Abteilung für Kardiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf unlängst auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herzkreislaufkrankheiten in Berlin hingewiesen. Für die Düsseldorfer Ärztin liegt dies unter anderem daran, daß viele Patientinnen die Warnzeichen eines Infarkts nicht ernst genug nehmen. Aber auch für die Ärzte ist es häufig schwierig, die für Frauen typischen Symptome einer koronaren Herzkrankheit zu erkennen. Aus diesem Grund dauert es oft lange, bis bei Frauen eine solche Krankheit diagnostiziert und behandelt wird. Auch McSweeney und seine Kollegen fordern daher, daß Frauen und Ärzte besser über die geschlechtsspezifischen Vorboten eines Infarkts aufgeklärt werden.

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