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Glosse Pro forma

 ·  Die Fettleibigkeit ist ein Übel, an der immer mehr Menschen in Deutschland leiden. Eine Initiative will dem ungesunden Lebensstil jjetzt mit ganz eigenwilligen Methoden zu Leibe rücken.

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In der Nachkriegszeit korrelierte die Körperfülle direkt mit dem Wohlstand. Gesellschaftlich anerkannt war danach derjenige, der den größten Schatten warf. Diese Meinung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Schon lange weiß man um die Folgen und Risiken der überflüssigen Pfunde und hat ihnen den Kampf angesagt. Doch eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts verkündet jetzt, dass man diesen offenkundig endgültig verloren hat. Die Zahl der übergewichtigen Frauen bis 79 Jahre stagniere bei 53 Prozent, die der Männer bei 67,1 Prozent. Die Zahl der Adipösen steige sogar auf ungefähr 23 Prozent.

Ein dickes Übel

Zu einem ähnlichen Ergebnis ist auch die Nationale Adipositas-Allianz gekommen. Als Reaktion darauf hat sie nun Strategien entwickelt, wie man effektiver abspeckt. Da bislang nur Misserfolge in der Adipositas-Prävention zu Buche schlagen, muss die Initiative offensichtlich gut durchdacht sein. Und das Ergebnis kann sich tatsächlich sehen lassen: Laut der Nationalen Adipositas-Allianz verlangt es nach einer neuen „transdiziplinären“, einer „transformativen“ Strategie, Menschen das Abnehmen zu erleichtern.

Vorsicht, ihr  Naschkatzen

So innovativ die Worte klingen, so originär ist dabei auch der Inhalt. Für die Zukunft bedeutet das also mehr Obst und Gemüse, weniger fettreiche Fertigprodukte und natürlich mehr Sport. Nach der Weltgesundheitsorganisation soll man sich pro Woche mindestens zweieinhalb Stunden aktiv betätigen. Aber wie wird überprüft, dass man nicht doch heimlich an einem Schokoriegel nascht? Hier hat die Allianz natürlich auch einen Vorschlag: Sie fordert politische und rechtliche Rahmenbedingungen ein. Aber was soll das konkret bedeuten? Denkt man daran, diverse Strafen für unerlaubtes Naschen gar in das Bundesgesetzbuch zu schreiben?

Problemlösung besonderer Art

Da würde man es sich doch lieber zweimal überlegen, ob das die Zufuhr überflüssiger Kalorien wert ist. Um darüberhinaus eine Kontrolle über den eigenen Fortschritt zu haben, wird die „Biomonitoring“-Technologie vorgeschlagen. Damit werden permanent Parameter wie Körpergewicht, Ernährung oder Bewegung überwacht. Diese Daten könnten zusätzlich noch an ein staatliches Überwachungsorgan übermittelt werden. Ziemlich viele allgemeine Floskeln für ein - nennen wir es beim Namen - dickes Problem.

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