17.05.2005 · Zu den körperlichen Folgen des Übergewichts kommt ein erhöhtes Risiko an Demenz zu erkranken. Bei entsprechendem Körpermaßindex erhöht sich das Risiko auf bis zu 74 Prozent.
Wer in der Lebensmitte übergewichtig ist, handelt sich ein erhöhtes Risiko ein, im Alter an einer Demenz zu erkranken. Das hat jetzt eine Untersuchung an der Universität von Kalifornien in San Francisco gezeigt. Kristine Yaffe und ihre Kollegen koppelten den Wert für das Risiko an den Körpermasseindex. Der Körpermasseindex entspricht dem Quotienten aus Körpergewicht und Quadrat der Körpergröße.
Wer in seinem vierten Lebensjahrzehnt einen Körpermasseindex von mehr als 30 aufweist, hat ein um 74 Prozent höheres Risiko, im Alter an einer Demenz zu erkranken, als ein Gleichaltriger mit Normalgewicht. Liegt der Körpermasseindex zwischen 25 und 30, ist die Wahrscheinlichkeit um 35 Prozent erhöht, wie die Forscher im „British Medical Journal“ berichten.
Falten können viel aussagen
Eine ähnliche Vorhersage ist auch über die Tiefe der Hautfalten möglich. Je tiefer die Hautfalten an Schultern und Armen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz. Die Werte wurden aus den umfänglichen Krankenakten von mehr als zehntausend Amerikanern herausgelesen. Während aus dem Körpermasseindex nur das Risiko für Frauen abgeleitet werden kann, sagt die Tiefe der Hautfalten das Risiko für beide Geschlechter voraus.
Die Ergebnisse von Yaffe und ihren Kollegen sind in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Sie zeigen zum einen, daß Übergewicht ein eigenständiger Risikofaktor für eine Demenz im Alter ist und unabhängig von den mit dem Übergewicht gekoppelten Krankheiten, etwa Diabetes oder Bluthochdruck, wirkt. Zum anderen verdeutlichen sie, daß nicht nur die demographische Entwicklung einen Anstieg an Demenzen nach sich ziehen wird, sondern auch die in den Industrienationen seit Jahren grassierende Fettsucht. hka.