15.05.2007 · Ein hoher Salzkonsum, wie er in den Industrienationen üblich ist, scheint Herzinfarkte und Schlaganfälle zu begünstigen. Das legt zumindest eine Studie von britischen Wissenschaftlern nahe. Die Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu geniessen.
Ein hoher Salzkonsum, wie er in den Industrienationen üblich ist, scheint Herzinfarkte und Schlaganfälle zu begünstigen. Das geht aus einer Analyse amerikanischer Wissenschaftler hervor, die sich unter anderem auf die Ergebnisse von zwei großen Studien stützt. Es standen Daten von rund 3200 Männern und Frauen mittleren Alters zur Verfügung. Die Studienteilnehmer waren alle übergewichtig und wiesen leicht erhöhte Blutdruckwerte auf. Eine Hälfte von ihnen wurde angehalten, den Kochsalzverzehr einzuschränken, die übrigen Probanden konnten ihre Essensgewohnheiten beibehalten. Jene Teilnehmer, die salzärmere Kost zu sich nehmen sollten, erhielten bis zu drei Jahre lang Unterstützung bei ihren Diätplänen. Alle Probanden wurden dann erst nach frühestens fünfzehn Jahren wieder kontaktiert.
Wie Nancy Cook vom Brigham and Womens’ Hospital in Boston und ihre Kollegen online im „British Medical Journal“ (doi:10.1136/bmj.39147.604896.55) berichten, kam es im Verlauf von fünfzehn Jahren zu insgesamt 364 teilweise tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen. Probanden, die ihre Salzaufnahme gedrosselt hatten, waren von solchen Ereignissen merklich seltener betroffen als die keine Salzdiät befolgenden Personen. Sie trugen ein um 25 Prozent geringeres Risiko, im beobachteten Zeitraum eine folgenschwere Attacke des Herz-Kreislauf-Systems zu erleiden.
Ob der beobachtete günstige Effekt nur der salzärmeren Kost zuzuschreiben ist, steht freilich dahin. Es ist nämlich vorstellbar, dass sich die Reduktion der Salzzufuhr, etwa durch Verzicht auf industriell verarbeitete Speisen mit ihrem oft hohen Gehalt an Natriumchlorid, insgesamt positiv ausgewirkt hat. Denn naturbelassene Lebensmittel, etwa Obst und Gemüse, sind nicht nur salzärmer, sondern in der Regel auch aus anderen Gründen gesünder. Hinzu kommt, dass der geringere Salzkonsum in beiden Untersuchungen zu einem leichten Abfall des Blutdrucks geführt hat. Je niedriger aber die Werte, desto kleiner ist das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
falscher Mythos salzarm
W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)
- 16.05.2007, 14:25 Uhr
Unfug
Klaus Steffen (krs)
- 16.05.2007, 18:27 Uhr