22.06.2005 · Chemotherapie mit Nanopartikeln
Von Reinhard WandtnerNanometergroße Partikeln lassen sich zur Chemotherapie von bösartigen Tumoren nutzen. Dafür sprechen Versuche von Forschern um James Baker von der University of Michigan.
Die Partikeln, verästelte Dendrimere mit fünf Nanometer Durchmesser, wurden mit drei Arten von Molekülen beladen - dem Krebsmittel Methotrexat, Folsäure und einer fluoreszierenden Substanz. Krebszellen zeichnen sich oft durch einen besonders hohen Bedarf an Folsäure aus. Sie bilden dann zahlreiche Bindungsstellen zum Einfangen dieses Vitamins. Die Nanopartikeln können dadurch, einem Trojanischen Pferd vergleichbar, ihre todbringende Fracht in die Zelle bringen. Bei Mäusen, denen man die Partikeln injizierte, bildeten sich transplantierte Tumoren stark zurück, und das bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen („Cancer Research“, Bd. 65, S.5317). Anhand der Fluoreszenz ließen sich die Nanopartikeln in den Krebszellen nachweisen.