12.12.2007 · Auch Mäuse können depressiv werden. Mit einer Substanz, die bei körperlicher Anstrengung entsteht, lässt sich ihre Stimmung aufhellen. Wissenschaftler erhoffen sich, durch diese Erkenntnis auch dem Menschen helfen zu können.
Sport oder jedenfalls ausreichend Bewegung vermag Depressionen zu lindern. Wie diese Wirkung zustande kommt, haben jetzt vermutlich Forscher der Yale University in New Haven (Connecticut) herausgefunden.
Sie haben die Genaktivitäten gesunder und depressiver Mäuse miteinander verglichen, und zwar in jenem Bereich des Gehirns, dem Hippocampus, der für Stimmungslagen zuständig ist. Auch Antidepressiva entfalten in dieser Region ihre Wirkung.
Ein Zielmolekül für Antidepressiva?
Wie Ronald Duman und andere Forscher in „Nature Medicine“ (doi:10.1038/nm1669) berichten, nahm bei den depressiven Tieren unter körperlicher Anstrengung die Menge an einem bestimmten Nervenwachstumsfaktor – VGF – erheblich zu. Behandelten die Wissenschaftler depressive Mäuse, die sich kaum bewegten, mit einem synthetischen Derivat des Nervenwachstumsfaktors, hellte sich die Stimmung der Tiere auf. Mutationen, die das VGF-Gen schädigten, hatten den gegenteiligen Effekt.
Die Forscher hoffen nun, in dem Nervenwachstumsfaktor ein neues Zielmolekül für Antidepressiva gefunden zu haben.