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Angina pectoris Single im Spätstadium

31.07.2006 ·  Cholesterinhaltige Ernährung, Tabakkonsum und seltene Arztbesuche. Eine dänische Studie hat gezeigt, daß die Risiken, an einem Herzleiden zu erkranken, für alleinstehende Ältere besonders hoch sind.

Von Martina Lenzen-Schulte
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Ältere Singles sind in besonders hohem Maße von den tödlichen Auswirkungen der koronaren Herzkrankheit bedroht. Das ergab eine Analyse aus Dänemark, wo man über außerordentlich verläßliche und detailreiche Bevölkerungs- und Gesundheitsregister verfügt. Ein Team von Internisten und Gesundheitsforschern an der Universität in Århus hat auf der Grundlage eines Kollektivs von 138.290 Einwohnern aus Århus, die jeweils älter als 30, jedoch jünger als 69 Jahre alt waren, das Schicksal von herzkranken Frauen und Männern im Abstand zu einem bestimmten Stichtag rekonstruiert.

Von ihnen wurden innerhalb eines festgelegten Zeitraumes 646 Patienten identifiziert, die unter schwerwiegenden Formen der koronaren Herzkrankheit litten. Das äußerte sich entweder in instabilen, kritischen Anfällen von Angina pectoris - dem unangenehmen Engegefühl in der Brust -, in einem Herzinfarkt, oder die Patienten wurden gar Opfer des plötzlichen Herztods.

Gründe sind vielfältiger Natur

Frauen, die älter als 60 Jahre waren und allein lebten, machten etwa fünf Prozent der untersuchten Kohorte aus. Aber von ihnen verstarben mehr als ein Drittel innerhalb der festgelegten Beobachtungsfrist an ihrer Herzerkrankung. Ebenso gab es in dem Kollektiv rund acht Prozent Männer im Alter von über 50 Jahren, doch auch unter ihnen waren die Singles überdurchschnittlich gefährdet: 62 Prozent unter ihnen erlagen dem Herzleiden („Journal of Epidemiology and Community Health“ Bd.60, S.721).

Eine solche Beobachtung kann zwar überzeugend zeigen, daß alleinlebende Menschen im fortgeschrittenen Alter in hohem Maße gefährdet sind. Die Gründe dafür lassen sich anhand dieser Daten jedoch nicht ableiten, sie sind vermutlich vielfältiger Natur.

Alleinlebende sind häufiger übergewichtig

Man weiß, daß alleinlebende Menschen im Vergleich zu denen, die innerhalb einer Partnerschaft oder Familie leben, häufiger an Übergewicht und Fettsucht leiden, eher rauchen, höhere Cholesterinspiegel aufweisen, seltener zum Arzt gehen und im Notfall weniger auf fremde Hilfe zählen können. In dieser Studie haben die Forscher darauf verzichtet, noch ältere Menschen in die Analyse einzubeziehen, um diejenigen herauszufiltern, die bereits früh von den Komplikationen einer koronaren Herzkrankheit betroffen sind.

Nachdem sich nun Alter und Alleinleben als die Hauptanhaltspunkte für das koronare Risiko erwiesen haben, plädieren die Autoren dafür, diese Erkenntnis stärker in Vorbeugemaßnahmen zu berücksichtigen. Zum Beispiel könnte man diese Betroffenen gezielt motivieren, weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht rigoroser als bisher anzugehen.

Quelle: F.A.Z., 01.08.2006, Nr. 176 / Seite 32
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