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Aids und Herpes Übles Bündnis

25.05.2007 ·  Herpesviren begünstigen die Infektion mit dem Aidserreger. Forscher haben jetzt den Nachweis erbracht. Die Bekämpfung von Herpes und seinen Symptomen könnte tatsächlich helfen, die Aidsepidemie zurückzudrängen.

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Herpes-simplex-Viren vom Typ 2 helfen Aidsviren in doppelter Hinsicht: Zum einen unterstützen sie die Aidserreger bei ihrer Vermehrung, und zum anderen bieten sie ihnen über die eitrigen Bläschen, die sie im Genitalbereich bilden, eine willkommene Ein- und Austrittspforte. Bei Personen mit Genitalherpes ist daher das Risiko, sich eine HIV-Infektion zuzuziehen, auf das Dreifache erhöht. Folglich müssten sich durch die Bekämpfung der Herpesviren auch die Aidsviren eindämmen lassen. Dass diese Strategie tatsächlich aufgeht, ist jetzt durch eine klinische Studie unter der Leitung von Nicolas Nagot von der London School of Hygiene and Tropical Medicine belegt worden.

Ein Medikament, das nur gegen Genitalherpes gerichtet ist, reduziert die Zahl der Aidsviren im Blut und in der Genitalflüssigkeit. Ob das schon ausreicht, einen nicht infizierten Sexualpartner zu schützen oder den Fortgang der HIV-Infektion zu verzögern, ist aber noch unklar. Immerhin weiß man aus anderen Untersuchungen, dass eine Ansteckung mit dem Aidsvirus umso wahrscheinlicher ist, je mehr Viren im Blut zirkulieren.

70 Prozent weniger Aidsviren

Die jüngste Studie wurde in Burkina Faso vorgenommen. In Afrika sind weit mehr als zwei Drittel aller HIV-Infizierten auch mit Herpes simplex vom Typ 2 infiziert, in Europa nur ein Drittel. Behandelt wurden 136 Frauen, die wegen der hohen Zahl an T-Helferzellen im Blut noch nicht für eine Therapie mit antiretroviralen Medikamenten in Frage kamen. Eine Hälfte der Frauen erhielt das Herpesmedikament Valacyclovir, die andere Hälfte ein Scheinpräparat. Die Behandlung dauerte drei Monate. Durch das Herpesmittel sank die Menge der Aidsviren im Blut um 70 Prozent, in der Genitalflüssigkeit um 50 Prozent.

Die Ausschüttung an Herpes-simplex-Viren nahm um 65 Prozent ab. Die Zahl der eitrigen Bläschen ging sogar um 84 Prozent zurück, wie die britischen Forscher im „New England Journal of Medicine“ (Bd. 356, S. 790) berichten. In der Behandlung von Genitalherpes oder einer Impfung gegen die Herpesviren sieht Nagot daher - neben der Änderung des Sexualverhaltens - eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung der Aidsepidemie.

Quelle: hka. / F.A.Z., 25.05.2007, Nr. 120 / Seite 34
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