10.09.2008 · Kanadische Forscher haben neue Befunde vorgelegt, die die Annahme stützen, dass bestimmte Proteine Immunität gegen HIV bewirken. Nur von einem Teil der Eiweiße war bisher die antivirale Wirkung bekannt.
Ein Teil der Bevölkerung scheint immun gegen HIV zu sein. Schon länger beobachten Wissenschaftler, dass sich einige Personen offenbar gar nicht mit Aids infizieren können, andere wiederum leben problemlos und schon viele Jahre mit dem HI-Virus. Die genauen Mechanismen sind noch unerforscht. Und auch die vermuteten Zahlen derjenigen, die HIV-resistent sein sollen, schwanken: Ist wirklich jeder zehnte Mensch immun, oder kann das Virus doch nur jedem 300. Infizierten nichts anhaben?
Kanadische Wissenschaftler um Adam Burgener von der Universität von Manitoba in Winnipeg haben nun eine weitere Erklärung für die besondere Widerstandsfähigkeit vorgelegt und im "Journal of Proteome Research" veröffentlicht. Unter 3000 Prostituierten in Kenia entdeckten sie 140, die scheinbar immun gegen HIV sind. Sie hatten in ihrer Vaginalflüssigkeit eine erhöhte Präsenz einer antiviralen Proteinmischung. Daraufhin verglichen die Forscher das Scheidensekret von zehn der resistenten Frauen mit dem Sekret von 29 Kontrollpersonen und fanden Unterschiede in der Häufigkeit von 15 Eiweißen. Ihre Menge wich in einigen Fällen um das Achtfache von den normalen Werten ab.
Ein Teil der Eiweiße ist bereits bekannt dafür, entweder antiviral zu wirken - sie hindern das Virus daran, sich zu vermehren - oder entzündungshemmend. Die Erkenntnisse der Kanadier könnten von Bedeutung für die künftige Aids-Impfstoffforschung sein.