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Aids-Therapie Ärzte besiegen Aids-Virus bei Leukämiekrankem

12.11.2008 ·  Ärzte der Berliner Charité vermelden ein bahnbrechendes wissenschaftliches Ereignis, das gleichzeitig als glücklicher Zufall charakterisiert wird: Durch eine Stammzelltherapie gegen Leukämie wurde bei einem Patienten die HIV-Infektion zum Verschwinden gebracht.

Von Mechthild Küpper
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Nach einer Knochenmarkspende, die er gegen Leukämie erhielt, ist die HIV-Infektion eines Patienten verschwunden. Fast zwei Jahre nach der Behandlung müsse er als von beiden Erkrankungen geheilt gelten. Das sagten Wissenschaftler der Berliner Charité am Mittwoch. Sie hoben aber hervor, es sei viel zu früh, über Therapiemöglichkeiten zu spekulieren, die aus dem Erfolg resultieren könnten.

Dies sei zunächst einmal ein „wissenschaftliches Ergebnis“, das man für „bahnbrechend“ halte, sagte der Prodekan für Forschung, Rudolf Tauber. Doch sei es unseriös, jetzt Millionen von HIV-Infizierten Hoffnung auf Heilung zu machen. Der heute 42 Jahre alte Amerikaner, der vor drei Jahren in die Charité kam, war an akuter Leukämie erkrankt und war schon lange HIV-infiziert.

Ein glücklicher Zufall

Der junge Arzt Gero Hütter erinnerte sich, als Student gelesen zu haben, dass Menschen mit einer bestimmten Genmutation resistent gegen HIV sind. Unter den 80 Knochenmarkspendern, die für diesen Patienten in Frage kamen, fand sich durch „glücklichen Zufall“ einer, der diese Mutation – „Delta 32“ auf dem Rezeptor CCR5 – aufwies. Und tatsächlich ist nun bei dem Empfänger kein HI-Virus mehr festzustellen, weder im Blut noch anderswo.

Hütter warnte vor „falschen Hoffnungen“. Die Stammzelltherapie sei wegen ihrer hohen Risiken nicht für die Behandlung von HIV-Patienten geeignet. In diesem besonderen Fall, so Eckhard Thiel, der Direktor der Klinik für Onkologie, sei die Leukämie der „Persilschein“ für die Behandlung gewesen.

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Jahrgang 1954, politische Korrespondentin in Berlin.

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