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Ärzte und Pharmahersteller Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

 ·  Ärzte, die von der Pharmaindustrie Geld erhalten, merken oft nicht einmal, dass sie beeinflusst werden. Doch ihr Urteil ändert sich durch die Zuwendungen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (6)
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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 25.03.2013 17:22 Uhr

Klinische Studien

Hier wird so getan, als könne die Pharmaindustrie bestimmen, wie die Studien gestaltet werden. Bei Zulassungsstudien, und das sind die meisten und wichtigsten, bestimmen das aber die Zulassungsbehörden (meist FDA und EMA), und die sind mit allen Wassern gewaschen. Die forschenden Hersteller dürfen finanzieren und durchführen, was die Behörden fordern, wobei die schriftliche Offenlegung der finanziellen Interessen aller beteiligten Ärzte seit Jahrzehnten Pflicht ist, ebenso eine strikte Überwachung durch Ethikkommissionen und Behörden (Zulassungsbehörden und nationale Behörden). Einzelne Ärzte können multizentrische Studien kaum beeinflussen; der Versuch bedeutet Verlust der Zulassung als Arzt.

Die Frage der unbewußten Beeinflussung ist interessant. Es scheinen aber bei dem Konvent Soziologen und praxisferne Bürokraten mit einschlägigen Lobbyisten (die GKV wittert Pfründe) diskutiert zu haben.

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 25.03.2013 16:39 Uhr

Korrekt!!!

Nennt sich "Methode der psychologischen Induktion".

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Klaus Letis

Die hohen Krankenkassenbeiträge haben alle immer gerne gezahlt

Es gibt also noch Potential für eine liberale Partei nebst der FDP

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Olaf Fatziputz
Olaf Fatziputz (ofaput) - 23.03.2013 20:00 Uhr

Ärzte korrupt?

Die allermeisten sicherlich nicht.

Und bestechlich können sie nicht sein, denn für Ärzte ist es laut BGH-Urteil nicht ungesetzlich, Geldgeschenke von Pharmafirmen anzunehmen. Das ist nicht im Sinne von Patienten und Beitragszahlern. Und es ist auch nicht im Sinne der großen Mehrheit ehrlicher Ärzte, wenn durch solch eklatanten Gesetzeslücken ihr guter Ruf gefährdet wird.

Es ist gut, wenn Herr Meier darauf hinweist, dass wir in Deutschland noch weitere solche Gesetzeslücken haben, die einer entwickelten Demokratie nicht würdig sind. Ärztefunktionäre hingegen sollten aus eigenem Interesse eine verbesserte Gesetzesgebung unterstützen, statt auf andere zu zeigen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.03.2013 17:35 Uhr
Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 25.03.2013 17:35 Uhr

Der Status dazu

Geschenke an Ärzte höchstens im Wert von fünf Euro, und sie müssen im Zusammenhang mit der Arbeit stehen (Fachbuch, Kalender, Reflexhammer; keine Schokolade...).

Der Außendienst ("Vertreter") darf mit Ärzten ausschließlich über zugelassene Präparate in der zugelassenen Indikation sprechen, nicht über Zulassungsstudien.

Bei allen Veranstaltungen, zu denen Ärzte eingeladen sind, dürfen nur wissenschaftliche Themen und solche ausgewogen dargestellt werden. Es gibt strikte Vorschriften hinsichtlich Unterbringung, Mahlzeiten und Veranstaltungsort.

Vor allem gilt: Keinerlei Leistung an einen Arzt ohne Gegenleistung.

Zum Vergleich, nur als Beispiel: Abgeordnete fahren kostenlos Bahn und fliegen kostenlos, und dürfen die Lounges der Lufthansa kostenlos benutzen. Wie ist das möglich, ohne die Entscheidungen der Parlamente (beispielsweise zur Deutschen Bahn und zum Flugverkehr) zu beeinflussen?

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 23.03.2013 11:49 Uhr

Die bösen ÄRzte????

Der Bundestag hat bis heute im Gegensatz zu den allermeisten anderen Stzaaten weltweit kein Antikorruptionsgesetz verabschiedet, die Bestechung von Abgeordenten ist nicht strafbar und die Lobbyisten sind zahlreich.
Journalisten werden regelmäßig zB im Automobilbereich zu Produktpräsentationen eingeladen, außer der "Welt" veröffentlicht das keiner.

Transparenz und Ehrlichkeit sind notwendig, aber bitte für alle!

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23.03.2013, 08:00 Uhr

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