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Krafttraining : Eine starke Nummer

  • -Aktualisiert am

Hanteln sind der Klassiker in der Muckibude. Wer damit nicht zurechtkommt, sollte besser an die Geräte. Bild: www.fotex.de

Regelmäßiges Training stärkt die Muskeln, das liegt auf der Hand. Aber kann davon auch der gesamte Körper profitieren? Eine persönliche Recherche.

          Seit gut einem Jahr gehe ich ins Fitness-Studio. Mindestens einmal die Woche, ob es schneit oder stürmt, ich ziehe das durch. Hätte mir nie vorstellen können, dass das sogar Spaß macht: eingeklemmt in graue Maschinen irgendwelche Übungen absolvieren. Aber nach einer knappen Stunde verlasse ich die karge Halle jedes Mal froh gestimmt.

          Das Training verändert meinen Alltag. Das Fahrrad kann ich nun mit etwas mehr Eleganz aus dem Keller tragen, meinen Rücken aufrechter halten, und auch vor dem Spiegel bietet sich mir ein angenehmerer Anblick. Schön und gut. Aber lässt sich denn auch belegen, was all die Broschüren, die im Studio herumliegen, behaupten? Weniger Rückenschmerzen, weniger Bandscheibenprobleme, mehr Beweglichkeit, stärkere Muskeln und Knochen, jugendliche Straffheit bis ins hohe Alter. Was sagen Experten zur Kraftsporteuphorie? Bin ich am richtigen Ort? Oder kann ich mit den Übungen auch etwas falsch machen?

          Es ist nie zu spät, mit dem Kraftsport zu beginnen

          Der Erste, den ich frage, nimmt meinen Zweifeln gleich den Wind aus den Segeln. „Mit dem Kraftsport zu beginnen ist die beste Entscheidung, die Sie treffen konnten, um Ihrem Körper etwas Gutes zu tun“, sagt Jürgen Gießing, Sportwissenschaftler an der Universität Koblenz/Landau. Lange Zeit habe man das Krafttraining unterschätzt und vernachlässigt. Viele hatten meist das Bild von stämmigen Männern vor Augen, die schnaufend und mit hochrotem Kopf schwere Gewichte in die Höhe wuchten. Hochrote Köpfe sehe ich in meinem Studio kaum, ein Schnaufen höre ich bei dem einen oder anderen schon.

          Jeder könne mit dem Krafttraining beginnen, das Gießing lieber Muskeltraining nennt. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren. Jürgen Gießing ist gerade ganz begeistert von einer Studie, an der 60- bis 80-Jährige teilgenommen haben. Sein Team hatte 23 Frauen und Männer ein halbes Jahr lang zweimal in der Woche an die Geräte geschickt. Sieben Übungen, je ein Satz jeweils bis zu 120 Sekunden lang, Beinpresse, Brustpresse, Rudern, Beinstrecker, Beinbeuger, Rückenstrecker und Bauchmuskelflexion. Nach den sechs Monaten hatten die Teilnehmer im Durchschnitt 2,5 Prozent Muskelmasse auf- und die gleiche Menge Fett abgebaut. Bei der Knochendichte hatten die vormals eher inaktiven Senioren immerhin um 0,1 Prozent zugelegt.

          Den Teilnehmern fielen nicht nur der Einkauf, das Treppensteigen und die Gartenarbeit leichter. Nun bewältigten sie auch die hundert Stufen im Landauer Sportinstitut schneller als vor der Trainingszeit, bei niedrigerem Puls. „Wer bei der Beinpresse vormals 70 und später 140 Kilogramm schafft, kann sein Körpergewicht beim Treppensteigen viel leichter anheben und unter weniger Belastung nach oben befördern“, sagt Gießing. Ein Effekt, der wohl Menschen jeden Alters zugutekommt.

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