http://www.faz.net/-gwz-92dkb

Wachkoma : Hirnstimulator hilft aus Bewusstlosigkeit

  • Aktualisiert am

Durch die Stimulation des Vagus-Nervs konnte die Hirnaktivität des Patienten deutlich verbessert werden. Bild: AP

Fünfzehn Jahre lag ein Patient bewusstlos im Koma. Mediziner fanden bei ihm nun einen Weg, die Reparaturfähigkeit des Gehirns anzuregen – mit ermutigenden Ergebnissen.

          Wachkoma-Patienten sind offenbar nicht immer zu hoffnungsloser Bewusstlosigkeit und Kommunikationsunfähigkeit verdammt, auch wenn sie unter Umständen schon jahrelang an ihrem appallischen Syndrom leiden und keine Besserung zeigen. Ein Patient, der fünfzehn Jahre bewusstlos im Bett lag, wurde von französischen Forschern mit Hilfe eines Vagus-Nerv-Stimulators behandelt, wie man ihn gelegentlich bei schwerstkranken Epilepsie- und Depressionspatienten anwendet. Der Vagus-Nerv ist der längste Nerv, der große Teile des Gehirns unter anderem auch mit dem Verdauungstrakt verbindet.

          Durch die Stimulation des Vagus-Nervs an der Hüfte zeigte der Wachkoma-Patient zum ersten Mal wieder neurologische Verbesserungen, die auf ein erweitertes Bewusstsein hindeuten. Die Augen des Patienten reagierten auf äußere Reize. Der Patient zeigte auch Regungen, sobald er Musik hörte, und wenn man ihn bat zu lächeln, bewegten sich seine Wangen. In einem PET-Hirnscanner konnte nach der Vagus-Nerv-Stimulation eine erhöhte Stoffwechselaktivität nachgewiesen werden, und zwar im Großhirn genauso wie in darunter liegenden Hirnschichten.

          In der Zeitschrift „Current Biology“ werteten die Mediziner die Verbesserungen „in der Präsenz des Patienten“ als hoffnungsvolles Zeichen, dass die Plastizität und die Reparaturfähigkeit des Gehirns auch nach schwersten Hirnschädigungen und jahrelanger Bewusstlosigkeit noch erhalten bleibt“. Auf dem EEG, das die Theta-Wellen aufzeichnet und als Instrument für die Einordnung des Bewusstseinszustandes genutzt wird, waren deutliche Verbesserungen erkennbar, wodurch der Patient auf der Koma-Skala von 23 möglichen Stufen auf zehn (statt bisher fünf) gehoben wurde.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Patienten werden aus Ost-Ghuta gerettet Video-Seite öffnen

          Syrien : Patienten werden aus Ost-Ghuta gerettet

          Einige kranke Einwohner eines belagerten Vorortes von Damaskus sind zur Behandlung in die syrische Hauptstadt gebracht worden. Ermöglicht wurde die Evakuierung durch ein Abkommen zwischen Regierung und einer gegnerischen Gruppierung

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Selbstbezogen und selbstzufrieden: Donald Trump (hier bei einem Football-Match am 8. Januar 2018, während die Nationalhymne gesungen wird).

          Trumps Politik : Das amerikanische Wirtschaftswunder

          Anders als von vielen erwartet geht es der Wirtschaft in Amerika heute ziemlich gut. Davon profitiert auch der einfache Arbeiter. Wie stabil ist das wohl alles?
          Außenminister Sigmar Gabriel: „Am kommenden Sonntag schaut nicht nur Europa gebannt auf den SPD-Parteitag.“

          SPD vor dem Parteitag : Gabriel: „Die Welt schaut auf Bonn“

          Martin Schulz kämpft in Düsseldorf vor Parteitagsdelegierten um die Erlaubnis für Groko-Verhandlungen. Auch Sigmar Gabriel redet seiner Partei ins Gewissen – und spricht von einer weltweiten Hoffnung auf die Sozialdemokraten.
          Dunkle Wolken am Dienstag über Bonn: Stürmische Tage stehen bevor

          Tief „Friederike“ : Deutschland drohen stürmische Tage

          Das Tief „Friederike“ hat es in sich: Für Mittwoch erwarten die Metereologen kräftigen Wind, Schnee und Glätte. Am Donnerstag muss sogar mit Orkanböen gerechnet werden – eine Region bleibt allerdings verschont.
          Entschiedener, unmittelbarer, entschlossener: GSG-9-Chef Jerome Fuchs setzt gegen Terroristen auf Härte und Professionalität.

          GSG-9-Chef Fuchs : Der Terroristen-Jäger

          Seine Eliteeinheit wächst und soll einen neuen Standort in Berlin bekommen. Das ist ganz im Sinne ihres 47 Jahre alten Kommandeurs – aber auch eine große Herausforderung für Jerome Fuchs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.