http://www.faz.net/-gwz-7gr1e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 23.08.2013, 15:43 Uhr

Vitaminpillen Unnötige Ergänzung

Die Deutschen nehmen zu viel Magnesium und Vitamin A in Pillenform ein. Vor allem Frauen greifen zu den Mitteln aus Drogerien und Apotheken, zeigt eine Studie.

von Hildegard Kaulen
© dpa

In deutschen Apotheken, Drogerien und Handelsketten sind Vitamine und Mineralstoffe in Tablettenform ein fester Bestandteil des Sortiments, bei dem reichlich zugegriffen wird. Laut der Nationalen Verzehrsstudie II leistet sich jeder vierte Bundesbürger regelmäßig solche Produkte. Rechnet man die gelegentlichen Einkäufe hinzu, ist der Anteil der Konsumenten vermutlich noch höher.

Die Tageshöchstmengen werden überschritten

Eine Auswertung des Max Rubner-Instituts in Karlsruhe hat nun gezeigt, dass vor allem diejenigen zu Vitamin- und Mineralstoffpillen greifen, die dies gar nicht nötig haben, weil sie sich ohnehin schon gut ernähren. Bei dieser Gruppe ist daher auch eine Überversorgung möglich. Besonders bei Magnesium und Vitamin A werden regelmäßig die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit angegebenen, tolerierbaren Höchstgrenzen überschritten. Bei der nationalen Verzehrstudie II hatten sechzehn Prozent der Befragten mit Vitamin- und Mineralstoffkonsum zusammen mit dem, was sie sonst noch gegessen und getrunken hatten, ein über die Tageshöchstmenge hinausgehendes Quantum an Magnesium zu sich genommen. Dreizehn Prozent hatten die Tageshöchstmenge für Vitamin A überschritten.

Am häufigsten nehmen Frauen Nahrungsergänzungsmittel ein. Ältere greifen eher zu als Jüngere. Von den über 65-Jährigen konsumiert fast jede zweite Frau und fast jeder dritte Mann regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Bei den Männern ist der Anteil der Nutzer in den oberen sozialen Schichten höher als in den unteren und mittleren Schichten. Am seltensten greifen 15- bis 18-jährige Frauen und 19- bis 24-jährige Männer zu Nährstoffpillen aus dem Verkaufsregal. Besonders häufig werden Vitamin C und E sowie die Mineralstoffe Magnesium und Calcium eingenommen. Lediglich bei Jod liegt die Zufuhr auch mit den Nahrungsergänzungsmitteln unter der empfohlenen Tagesmenge.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Französische Küche Von Frauen für jedermann

Sehr weiblich und sehr erfolgreich: das Lokal Les Deux Dienstbach. In einer alten Apotheke haben die Zwillinge ein Stück Frankreich in Wiesbaden heimisch gemacht. Mehr Von Astrid Heindel

18.08.2016, 20:31 Uhr | Rhein-Main
Philippinen Frauen demonstrieren zur Welt-Still-Woche

In der Hauptstadt Manila versammelten sich am Samstag rund 600 Frauen, um ihren Kindern die Brust zu geben. Mehr

06.08.2016, 13:28 Uhr | Aktuell
Kreativer Automatenladen Ein Tante-Emma-Laden ohne Tante Emma

Zwei Drittel der Einzelhändler, die es vor 40 Jahren gab, sind verschwunden – das verändert vor allem kleine Orte auf dem Land. Kann ein Automaten-Shop die Nahversorgung retten? Mehr Von Kathrin Hollmer

21.08.2016, 12:09 Uhr | Gesellschaft
Olympia 2012 Kanuten mit Doppel-Gold

Siege im Zweier-Kanadier der Herren und im Zweier-Kajak der Frauen schieben Deutschland im Olympia-Ranking nach vorn. Die Kanuten sind sichere Medaillengewinner bei den Spielen in London. Mehr

10.08.2016, 16:53 Uhr | Sport
Familie Wenn Opa nur geliehen ist

Seniorinnen, die junge Familien unterstützen, kennt man. Jetzt trauen sich auch Männer. Leih-Opas nennen jedoch andere Gründe als ihr weibliches Pendant. Mehr Von Kerstin Mitternacht

15.08.2016, 16:07 Uhr | Gesellschaft