http://www.faz.net/-gwz-8dm8n

Magnetresonanz-Therapie : Kontrastmittel für das Gehirn gefährlich?

  • -Aktualisiert am

Die Magnetresonanz-Therapie wird in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Gadolinium wird dabei als Kontrastmittel verwendet. Bild: dpa

Das bei der Magnetresonanz-Therapie (MRT) eingesetzte Kontrastmittel Gadolinium galt bislang als unbedenklich – obwohl es giftig ist. Gegen den häufigen Einsatz gibt es jetzt Protest.

          Gadolinium ist ein Metall, das als Kontrastmittel bei der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) verwendet wird. Es besteht seit Jahren der Verdacht, dass bei häufigen Untersuchungen davon nicht nur Reste in den Nieren, sondern auch im Gehirn zurückbleiben können. Bislang ist jedoch unklar, ob die Ablagerungen im Gehirn zu gesundheitlichen Risiken führen.

          Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA prüft derzeit die Sachlage. Nun hat sich der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner zu Wort gemeldet und rät, gadoliniumhaltige Kontrastmittel vorerst nur bei unverzichtbaren MRT-Untersuchungen zu verwenden. Das Metall ist giftig. Damit es überhaupt als Kontrastmittel verwendet werden kann, wird es in einen Komplex eingebunden. Daraus kann es sich aber offenbar lösen und zirkuliert durch den Körper.

          Ablagerungen im Gehirn scheinen aber nur nach vier oder häufigeren Anwendungen des Kontrastmittels aufzutreten. Der Vorsitzende des Berufsverbands, Detlev Moka, fordert daher, Mehrfachuntersuchungen mit dem Kontrastmittel nach Möglichkeit zu vermeiden. Bislang galten diese als unbedenklich, weil bei der MRT keine radioaktiven Strahlen nutzt.

          Bis neue Ergebnisse vorliegen, solle noch gewissenhafter als bisher geprüft werden, ob die Verwendung eines gadoliniumhaltigen Kontrastmittels erforderlich sei, erklärt Moka. Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion dürfen schon seit Jahren nicht mehr mit Kontrastmitteln untersucht werden, die Gadolinium enthalten. Sie scheiden die Substanz wegen ihrer Nierenschwäche nur unzureichend aus. Das Metall kann sich in der Niere anreichern und in dem Organ eine schwere Bindegewebserkrankung auslösen.

          Weitere Themen

          Eine Arche für unsere Gesundheit

          Artenschwund im Darm : Eine Arche für unsere Gesundheit

          Die Natur verarmt, sogar die im Bauch. Eintönigkeit aber ist gefährlich, die Darmflora hält uns gesund. Deshalb würden Forscher gerne die Mikroben der Ureinwohner anzapfen. Eine Glosse über den Plünderethos.

          Bitte alle einsteigen

          Netzrätsel : Bitte alle einsteigen

          Es gibt so gut wie nichts, was es nicht gibt im Netz der Netze: Geniales, Interessantes, Nützliches und herrlich Überflüssiges. Diesmal: ein Kurztrip mit dem ÖPNV

          Im Bann des Heimatsterns

          Mission „BepiColombo“ : Im Bann des Heimatsterns

          Merkur wirft als kleinster und sonnennächster Planet noch immer viele Fragen auf. Die europäisch-japanische Mission BepiColombo wird nun die Eigenschaften des Planeten und seiner Umgebung dank zweier Satelliten mit bisher unerreichter Präzision vermessen.

          Topmeldungen

          Nicht nur scheinbar ist Iris Berben auf diesem Bild nicht sehr unscheinbar.

          Herzblatt-Geschichten : Die rätselhaften Powerfrauen

          Powerfrau Iris Berben ist in ihrem neuen Film ungeschminkt und demnach quasi nackt, Katja Riemann ist echt nackt, und Thomas Anders ist zwar bekleidet, aber ungeschützt vor seinen Fans. Die Herzblatt-Geschichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.