http://www.faz.net/-gwz-7tl68

Hirnforschung : Forschern gelingt „Telepathie“-Experiment

  • Aktualisiert am

Wissenschaftler haben es geschafft, die Gedanken eines Menschen aufzuzeichnen, diese per Mail zu verschicken und sie mit Hilfe einer Magnetstimulation in das Gehirn eines Versuchsteilnehmers zu transferieren.

          In einem „Telepathie“-Experiment ist mit Hilfe moderner Technik erstmals eine Gedankenübertragung über tausende Kilometer Distanz gelungen. „Es ist so etwas wie die technologische Verwirklichung vom Traum der Telepathie, aber es ist definitiv nicht magisch“, sagte der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Giulio Ruffini. „Wir nutzen Technologie, um elektromagnetisch mit dem Gehirn zu interagieren.“

          Bei dem Experiment, das bereits Mitte August in der Fachzeitschrift „PLOS One“ vorgestellt wurde, sollte ein Proband in Indien an einfache Worte wie „Hallo“ und „Tschüß“ denken. Seine Gehirnströme wurden dabei mit einer Elektroenzephalographie (EEG) gemessen, für die auf dem Kopf Metallelektroden befestigt werden. Diese Daten wurden in einen Binärcode umgewandelt - die nur aus den Ziffern 1 und 0 bestehende Computersprache - der dann per E-Mail nach Frankreich geschickt wurde.

          Dort wurde der Binärcode wiederum in ein Signal umgewandelt, das über eine sogenannte transkranielle Magnetstimulation in das Gehirn eines Versuchsteilnehmers gelangte. Dazu werden die Daten durch Lichtblitze dargestellt, die der Proband am Rande seines Blickfelds wahrnimmt. Die Probanden hatten die in Indien gedachten Worte also weder gehört noch irgendwie gesehen - sie konnten aber anhand der Lichtblitze die Botschaft verstehen.

          „Wir wollten herausfinden, ob eine direkte Kommunikation zwischen zwei Menschen möglich ist, indem die Gehirnaktivität eines Menschen gelesen und Gehirnaktivität in einen zweiten Menschen injiziert wird“ erklärte Studien-Ko-Autor Alvaro Pascual-Leone, Neurologie-Professor an der Harvard Medical School. „Und das über eine große Distanz und indem wir bereits existierende Kommunikationswege nutzen.“

          „Wir hoffen, dass dies langfristig radikal die Art und Weise verändern könnte, wie wir miteinander kommunizieren“, sagte Ruffini der AFP. Das Forschungsergebnis könnte den Wissenschaftlern zufolge künftig unter anderem dazu genutzt werden, um mit Menschen zu kommunizieren, die nach einem Hirnschlag nicht mehr sprechen können.

          Weitere Themen

          Das weiche Herz der Erde

          Geophysik des Erdinnern : Das weiche Herz der Erde

          Seismische Messungen zeigen: Der innere Kern unseres Planeten ist offenkundig doch nicht so fest wie gedacht. Neben Metallen besteht er offenkundig auch aus weichen Materialien.

          Das Wundermittel Muttermilch Video-Seite öffnen

          Nicht nur gesund fürs Kind : Das Wundermittel Muttermilch

          Stillen ist eine ausgeklügelte Tüftelei der Natur. Jede Mutter passt ihre Milch ganz individuell auf ihr Baby an. Forschende haben herausgefunden, dass Stillen gut für Kinder und auch Mütter ist - es beugt zum Beispiel schweren Krankheiten vor.

          Die Neu-Vermessung der Welt Video-Seite öffnen

          Physik : Die Neu-Vermessung der Welt

          Das physikalische Bezugssystem, mit dem wir die Welt vermessen, wird überarbeitet. Es bekommt ein neues, besonders stabiles Fundament.

          Topmeldungen

          Vorbild für viele Nachwuchs-Politiker: Juso-Chef Kevin Kühnert

          Juso-Mitglied über die SPD : „Kevin Kühnert finde ich sensationell“

          Auf dem Weg zur Uni liest er Sitzungsanträge, im Bett schon die Zeitung von morgen: Silas Gottwald ist Juso-Mitglied – und glaubt noch immer an seine SPD. Ein Gespräch über Motivation, Vorbilder und die Zukunft der Sozialdemokratie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.