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Veröffentlicht: 11.01.2017, 20:28 Uhr

Gemeinsam leiden Zu zweit länger überleben mit Krebs

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Dass dieser Spruch nicht nur ein solcher ist, haben Forscher aus Jerusalem anhand von Krebspatienten gezeigt. Vor allem Frauen profitieren von einer Partnerschaft während der Krankheit.

von Martina Lenzen-Schulte
© Picture-Alliance Eine Partnerschaft während der Krebskrankheit hilft bei der Bekämpfung.

Eine psychische und physische Belastung kann sich offenbar günstig auf den Verlauf eines Krebserkrankung auswirken. Das zeigt eine Studie von Forschern um Yakir Rottenberg von der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem, die in der Zeitschrift „Journal of Women’s Health“ erschienen ist.

Wurde bei Frauen Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, so überlebten sie deutlich länger, wenn ihr Ehepartner ebenfalls an Krebs erkrankt war und zum Zeitpunkt der Diagnose noch lebte, sie also noch für ihn sorgen und um ihn bangen mussten. Das Risiko, dem Tumorleiden zu erliegen, minderte sich für die betroffenen Frauen um 24 Prozent.

Frauen profitieren mehr als Männer

Die Analyse stützt sich auf Daten des Zentralbüros für Statistik in Israel und umfasst 14.429 Fälle von Brustkrebs. 3400 Patientinnen verstarben im Untersuchungszeitraum von 1995 bis 2011. Damit stelle die Krebserkrankung eines noch lebenden Partners für die Frau einen signifikanten Schutzfaktor dar, heißt es in der Studie.

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Die Forscher um Rottenberg sprechen von einer „Versorgungseinheit“ der Paare, die sich positiv auswirke. Die Ergebnisse unterstützen die Beobachtungen anderer Arbeitsgruppen. Immer wieder zeigt sich, dass es für das Befinden und die Bewältigung einer Krebserkrankung günstiger ist, wenn die Betroffenen verheiratet sind oder in festen Beziehungen leben. Vor allem krebskranke Frauen profitieren in einer solchen Situation von einer Partnerschaft noch mehr als die Männer. Bislang hat man dies jedoch stets der Unterstützung und Fürsorge des Mannes zugeschrieben.

 
Zu zweit leidet man besser: Forscher aus Jerusalem haben diese These anhand von Krebspatienten bestätigt.
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