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Gefäßverkalkung durch Fleisch : Akute Steak-Belastung

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Eine Eiweißverbindung in Fleisch fördert Herz-Kreislauferkrankungen. Vegetarier sind Studien zufolge klar im Vorteil - sie profitieren von ihrer abweichenden Darmflora.

          Weshalb der regelmäßige Verzehr von Fleisch die Gefäßalterung, also Arteriosklerose, beschleunigt, war bislang noch weitgehend unklar. Des Rätsels Lösung könnten nun Wissenschaftler um Robert Koeth vom Department of Cellular and Molecular Medicine der Cleveland Clinic in Ohio gefunden haben. Anders als angenommen, treiben demnach nicht die im Fleisch enthaltenen Fette das Risiko für arteriosklerotische Krankheiten in die Höhe. Eine wichtigere Rolle spielt der Fleischinhaltsstoff L-Carnitin. Zu den Aufgaben dieser Eiweißverbindung, die auch vom Organismus selbst erzeugt wird, gehört es, die Kraftwerke der Muskelzellen mit Fettsäuren - für die Energiegewinnung notwendigen zu versorgen.

          Die Behauptung, es fördere den Muskelaufbau, L-Carnitin, etwa in Pillenform, vermehrt aufzunehmen, steht wissenschaftlich allerdings auf tönernen Füßen. Eine erhöhte Zufuhr von L-Carnitin könnte den Anwendern sogar schaden. Die im Fachblatt „Nature Medicine“ (doi:10.1038/nm.3145) veröffentlichten Erkenntnisse der Forscher legen jedenfalls den Schluss nahe, dass eine an L-Carnitin reiche Ernährung die Verfettung der Schlagadern begünstigen und damit den Weg für Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Leiden ebnen könnte. L-Carnitin scheint den Gefäßen allerdings nicht selbst zuzusetzen, sondern ein im Darm erzeugtes Abbauprodukt namens Trimethylaminoxid, kurz TMAO. Hinweise auf einen solchen Zusammenhang erhielten Koeth und seine Kollegen in Untersuchungen an mehreren freiwilligen Versuchspersonen und durch eine rund 2500 Männer und Frauen umfassende Studie.

          Vegetarier und Veganer sind nicht betroffen

          Je öfter die Teilnehmer Fleisch konsumierten, desto mehr TMAO befand sich in ihrem Blut. Und je höher die Blutwerte dieses L-Carnitin-Abbauprodukts waren, desto eher erlitten sie arteriosklerotisch bedingte Krankheiten. Der Verzehr eines dicken Steaks oder auch die Aufnahme einer L-Carnitin-Kapsel führte allerdings nur bei jenen Probanden zum Anstieg des TMAO-Gehalts im Blut, die regelmäßig fleischhaltige Nahrung verspeisten.

          Vegetarier und Veganer wiesen keine nennenswerten Mengen an TMAO im Blut auf - und zwar weder vor, noch nach einer akuten „Steak-Belastung“. Ausschlaggebend waren Unterschiede in der Darmflora. Sie enthielt nur bei den Fleischliebhabern Bakterien, die L-Carnitin zu TMAO abbauen konnten - nicht hingegen bei den Vegetariern und den Veganern.

          Quelle: F.A.Z.

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