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Entdeckung im Tierversuch : Schützt Harnsäure vor Parkinson?

  • -Aktualisiert am

Im Kampf gegen Parkinson: Ratten wiesen eine Verbesserung der Symptome auf Bild: picture-alliance/ dpa

Gicht, Nierensteine - für viel Unbill im Körper wird Harnsäure verantwortlich gemacht. Offenbar schützt sie aber auch - vor fatalen Nervengiften im Gehirn.

          Die Harnsäure, ein Abbauprodukt des Nukleinsäurestoffwechsels, hat gemeinhin einen schlechten Ruf - offenbar teilweise zu Unrecht. Denn sie begünstigt zwar die Entstehung von Gichtanfällen, Nierensteinen und anderen Gebrechen, aber sie scheint auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zu besitzen. Eine wachsende Zahl von Beobachtungen bei Mäusen und Menschen deutet jedenfalls darauf hin, dass die Harnsäure vor der Parkinsonschen Krankheit und anderen Nervenleiden schützen könnte. Für einen solchen Nutzen sprechen nun auch die bei Tieren gewonnenen Erkenntnisse von Wissenschaftlern um Xiqun Chen und Michael Schwarzschild vom Department of Neurology der Harvard Medical School in Boston (Massachusetts). Wie die Forscher zunächst feststellten, führen bestimmte Nervengifte zum Anstieg der Konzentration an Harnsäure im Gehirn. Dabei handelt es sich um Toxine, die ein wichtiges Bewegungszentrum im Mittelhirn - die sogenannte Substantia nigra - schädigen und auf diese Weise den Grundstein für eine Parkinsonkrankheit legen.

          In weiteren Experimenten gingen die Wissenschaftler dann der Frage nach, weshalb der Organismus bei einem drohenden Untergang der Substantia nigra die Harnsäureproduktion ankurbelt. Hierzu untersuchten sie die Wirkung einschlägiger Nervengifte bei genetisch manipulierten Mäusen mit jeweils unterschiedlichen Mengen an Harnsäure im Gehirn. Wie die Neurologen in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften berichten, richteten die Toxine umso weniger Schaden an, je mehr Harnsäure sich im Gehirn der Nager befand. Wie diese Verbindung die Bewegungszentren im Gehirn vor zerstörerischen Einflüssen bewahrt, ist zwar noch unklar. Ihre antioxidativen Wirkungen - also ihre Fähigkeit, die Attacken aggressiver Sauerstoffverbindungen abzuwehren - dürften laut den Autoren dabei gleichwohl eine wichtige Rolle spielen.

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