http://www.faz.net/-gwz-755rn

Entdeckung im Tierversuch : Schützt Harnsäure vor Parkinson?

  • -Aktualisiert am

Im Kampf gegen Parkinson: Ratten wiesen eine Verbesserung der Symptome auf Bild: picture-alliance/ dpa

Gicht, Nierensteine - für viel Unbill im Körper wird Harnsäure verantwortlich gemacht. Offenbar schützt sie aber auch - vor fatalen Nervengiften im Gehirn.

          Die Harnsäure, ein Abbauprodukt des Nukleinsäurestoffwechsels, hat gemeinhin einen schlechten Ruf - offenbar teilweise zu Unrecht. Denn sie begünstigt zwar die Entstehung von Gichtanfällen, Nierensteinen und anderen Gebrechen, aber sie scheint auch gesundheitsfördernde Eigenschaften zu besitzen. Eine wachsende Zahl von Beobachtungen bei Mäusen und Menschen deutet jedenfalls darauf hin, dass die Harnsäure vor der Parkinsonschen Krankheit und anderen Nervenleiden schützen könnte. Für einen solchen Nutzen sprechen nun auch die bei Tieren gewonnenen Erkenntnisse von Wissenschaftlern um Xiqun Chen und Michael Schwarzschild vom Department of Neurology der Harvard Medical School in Boston (Massachusetts). Wie die Forscher zunächst feststellten, führen bestimmte Nervengifte zum Anstieg der Konzentration an Harnsäure im Gehirn. Dabei handelt es sich um Toxine, die ein wichtiges Bewegungszentrum im Mittelhirn - die sogenannte Substantia nigra - schädigen und auf diese Weise den Grundstein für eine Parkinsonkrankheit legen.

          In weiteren Experimenten gingen die Wissenschaftler dann der Frage nach, weshalb der Organismus bei einem drohenden Untergang der Substantia nigra die Harnsäureproduktion ankurbelt. Hierzu untersuchten sie die Wirkung einschlägiger Nervengifte bei genetisch manipulierten Mäusen mit jeweils unterschiedlichen Mengen an Harnsäure im Gehirn. Wie die Neurologen in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften berichten, richteten die Toxine umso weniger Schaden an, je mehr Harnsäure sich im Gehirn der Nager befand. Wie diese Verbindung die Bewegungszentren im Gehirn vor zerstörerischen Einflüssen bewahrt, ist zwar noch unklar. Ihre antioxidativen Wirkungen - also ihre Fähigkeit, die Attacken aggressiver Sauerstoffverbindungen abzuwehren - dürften laut den Autoren dabei gleichwohl eine wichtige Rolle spielen.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Back to School again Video-Seite öffnen

          Lehrermangel : Back to School again

          Deutschland gehen die Lehrer aus. Bis 2025 werden Zehntausende Studienräte fehlen. Immer mehr Schulen setzen deshalb auf Nicht- Pädagogen und ungelernte Kräfte. In Berlin gibt es ein einzigartiges Konzept, was den Seiteneinsteigern den Weg in den Lehrerberuf erleichtern soll. Kritiker befürchten fatale Folgen für die Ausbildung der Schüler.

          Schaumschläger oder Visionär? Video-Seite öffnen

          Elon Musk : Schaumschläger oder Visionär?

          Der Tesla-Chef Elon Musk baut nicht nur Elektroautos. Er will den Mars kolonialisieren und das menschliche Gehirn verdrahten. Ein Spruch jagt den nächsten. Nehmen wir ihn doch einmal beim Wort!

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Chinas Einfluss : Die Schlinge in Hongkong zieht sich zu

          Lange haben sich die Bewohner Hongkongs gegen den Einfluss Chinas gewehrt. Selbst bei Regen gingen sie auf die Straße, um demokratische Rechte einzufordern. Nun erhöht China den Druck.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.