http://www.faz.net/-gwz-7h4y9

Demenz-Risiko : Daten erhellen die Zukunft

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Diabetiker können mit Hilfe einiger weniger Kriterien ihr Demenz-Risiko vergleichsweise exakt berechnen. Für diese Möglichkeit interessieren sich auch die Krankenversicherungen.

          Das Risiko, eine Demenz zu entwickeln, ist bei Typ-2-Diabetikern höher als bei Personen, die nicht an Diabetes leiden. Das weiß man zwar schon länger, aber jetzt wurde eine Liste von Kriterien veröffentlicht, die es dem einzelnen Zuckerkranken erlaubt, dieses Risiko vergleichsweise exakt vorauszuberechnen. Die neu ins Leben gerufene Fachzeitschrift

          „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ machte an ihrem ersten Erscheinungstag mit einer großangelegten Kohortenstudie an fast 30000 Teilnehmern im Alter über 60 Jahren auf (doi: 10.1016/S2213- 8587(13)70048-2). Darin konnte die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Demenz innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren anhand von Alter, Ausbildungslevel und insgesamt sechs medizinischen Kriterien sehr genau beziffert werden.

          Schlaganfall als Kriterium

          Zu diesen Kriterien zählten Erkrankungen der kleinsten Gefäße, die sich etwa als Mikroangiopathie und diabetisches Augenleiden bemerkbar machen. Auch ein so genannter diabetischer Fuß mit Geschwüren sowie Herzkrankheiten und Depressionen lassen das Risiko einer Demenz ansteigen. Ungünstig wirken sich schließlich auch Probleme mit dem Stoffwechsel aus und gefäßbedingte Erkrankungen im Gehirn, etwa ein leichter und vorübergehender Schlaganfall.

          Wer anhand dieser Kriterien in den höchsten von vierzehn Risikograden eingeordnet wurde, den ereilte eine Demenz 37-mal häufiger als jene, die in die niedrigste Risikokategorie gehörten. Konkret tritt in diesem Fall eine Demenz mit einer Wahrscheinlichkeit von 73,3 Prozent ein, häufig bereits nach fünf Jahren. Unabhängig von der Frage, ob die Patienten selbst es so genau wissen möchten, macht die Herkunft der Studie hellhörig: Die Forschergruppe, die diese Hochrechnungen ermöglicht hat, setzt sich aus Mitarbeitern verschiedener Universitäten in den Vereinigten Staaten und den Niederlanden zusammen, aber auch aus Angestellten einer der größten privaten Krankenversicherungen in den Vereinigten Staaten, der Kaiser Permanente.

          Konsequenzen für Versicherungsprämien

          Diese Versicherung hat die Studie auch finanziert. In einem Kommentar zu diesen neuen Möglichkeiten, das Demenzrisiko eines einzelnen zu berechnen, thematisiert Anna-Maija Tolppanen von der Universität in Kuopio in Finnland das mögliche Interesse von Versicherern am Gesundheitsrisiko ihrer Klientel - und den Konsequenzen für die Versicherungsprämien - jedoch nicht. Sie betont vielmehr optimistisch die Bedeutung für die Prävention: Man kenne jetzt die wichtigsten Risikofaktoren und könne an ihnen ansetzen, um das Demenzrisiko von Typ-2-Diabetikern zu verringern.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Mit Masken das iPhone X knacken Video-Seite öffnen

          Vietnamesische Experten : Mit Masken das iPhone X knacken

          Computerspezialisten und Biometrie-Experten aus Vietnam wollen Apples Gesichtserkennung im neuen iPhone X mit einer relativ einfach erscheinenden Maske überlistet haben. Ein Forscher zeigt hier dieser Tage in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, wie das mit dieser Maske aus Plastik, 3D-Druckermaterial, Silikon und Papierband klappen soll.

          Topmeldungen

          Unruhe bei Sozialdemokraten : Was will die SPD?

          Bloß keine Neuwahlen! Und bloß keine Große Koalition! Die SPD trägt ihren inneren Konflikt zur eigenen Zukunft mittlerweile offen aus.Parteichef Schulz steht bereits unter Beschuss. Wie viel Unterstützung hat er noch?
          Fingerabdruck-Kontrolle auf einer Registrierungsstelle für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Baden-Württemberg.

          Flüchtlinge : Viele „Minderjährige“ sind über 18

          Von den Migranten, die als „unbegleitete Minderjährige“ gelten, sind viele eigentlich schon volljährig. In den meisten Fällen hat das aber nichts mit Täuschung oder falscher Altersschätzung zu zun.
          Bei dem Unfall in der Münchner Innenstadt wurden zwei Personen schwerverletzt, ein Fahrer erlitt leichte Verletzungen.

          Bei Unfall in München : Über 200 Gaffer behindern Rettungskräfte

          Zahlreiche Schaulustige haben bei einem Unfall in der Münchner Innenstadt die Rettungskräfte zum Teil massiv behindert. Erst nach zahlreichen Platzverweisen kommen Polizei und Feuerwehr zu den Verletzten durch. Das könnte Konsequenzen haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.