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Erdbeben in Nepal : Des Menschen bester Freund und Retter

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Lebt da noch jemand? Ein Rettungshund bei der Arbeit in den Trümmern von Kathmandu. Bild: AFP

In Nepal suchen speziell ausgebildete Hunde in den Trümmern nach Überlebenden. Was ihre Nasen leisten, grenzt an Wunder.

          So hatten sich die Pharmareferentin Birgit Ostendorf aus Ratingen und ihr Labrador „Cooper“ das Wochenende sicher nicht vorgestellt: Nach dem Erdbeben in Nepal stand für die ehrenamtliche Hundeführerin und ihren Rettungshund am vergangenen Sonntag ein Flug nach Kathmandu an. Seit vergangenem Montag sind die beiden als Teil eines 52 Menschen und sieben Hunde umfassenden Teams der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany in der Krisenregion unterwegs, zusammen mit Helfern aus einer Vielzahl anderer Länder.

          Aufgabe der Rettungshunde ist die Suche nach Überlebenden unter den Trümmern eingestürzter Häuser. „Der entscheidende Vorteil der sogenannten biologischen Ortung ist die große Fläche, die ein Hund in kurzer Zeit absuchen kann“, sagt Stefan Sobotta vom Bundesverband Rettungshunde, der ebenfalls an dem Einsatz beteiligt ist. Wenn der Hund den Geruch eines Überlebenden wahrgenommen und durch Bellen oder Scharren angezeigt habe, lasse man zur Bestätigung möglichst noch einen zweiten Hund an derselben Stelle suchen. Dann erst komme die technische Feinortung mit Kamerasonden und Mikrofonen zum Einsatz, bevor sich Bergungsspezialisten mit ihrem Gerät schließlich an die Befreiung des Verschütteten machen könnten, sagt Sobotta.

          Hundenasen wittern praktisch alles

          Cooper und seine vierbeinigen Kollegen sind für die Suche nach Überlebenden zwischen Trümmern gründlich ausgebildet. Sie filtern die Geruchssignatur eines lebenden Menschen nicht nur aus dem allgemeinen Geruchschaos eines Katastrophengebiets heraus, sondern können sie auch zuverlässig von der eines Toten unterscheiden – eine wichtige Kompetenz, wenn es, wie jetzt in Nepal, um Großkatastrophen mit vielen Opfern geht. „Bei gerade erst Verstorbenen kann es noch zu Fehlortungen kommen. Aber schon Minuten später zeigt ein gut ausgebildeter Hund nicht mehr an“, sagt Daniela Neika, Tierärztin und Hundeführerin aus Mengerskirchen. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins „Rettungshunde für Nepal“, der seit 2008 den Aufbau einer nepalesischen Hundestaffel unterstützt.

          Offenbar spielten dabei Gerüche, die durch die Atmung abgegeben werden, eine große Rolle. Was genau es ist, das den Tieren solch feine Unterscheidungen ermöglicht, ist kaum untersucht. Die Nutzung von Hunden als Rettungsassistenten beruht eher auf jahrhundertealter Erfahrung als auf Empirie. Dass Hundenasen im Wortsinn Übermenschliches leisten, steht jedenfalls außer Frage. So können entsprechend abgerichtete Spürhunde Drogen selbst im vollen Tank eines Autos erschnüffeln, versteckte Mobiltelefone ebenso finden wie Bettwanzen oder den Geruch eines am Boden eines Sees liegenden Ertrunkenen aufnehmen. Verblüffend sind auch die Leistungen von Lawinensuchhunden, wenn man bedenkt, wie wenig Luft und damit Duftmoleküle durch eine meterdicke Schneeschicht dringen. Trotzdem kursieren glaubwürdige Berichte, nach denen Verschüttete unter idealen Suchbedingungen in über zehn Metern Tiefe gefunden wurden. Zwei bis vier Meter gelten als normal.

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