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Studie: Schlafqualität ist entscheidend : Schlaf schützt vor Demenz

  • -Aktualisiert am

Erholsam oder nicht? Bild: dpa

Menschen mit einer bestimmten genetischen Variante des Proteins APOE sind zwar von Alzheimer-Demenz bedroht - doch ein erholsamer Schlaf schützt sie, entdeckten kanadische Forscher.

          Menschen mit einer bestimmten genetischen Variante des am Fettstoffwechsel beteiligten Proteins APOE sind in hohem Maße von einer Alzheimer-Erkrankung bedroht. Allerdings bewahrt ein ruhiger Schlaf die Betroffenen möglicherweise vor der Demenz oder zögert deren Beginn hinaus. Das schließen zumindest Wissenschaftler um Andrew Lim von der University of Toronto aus ihrer jüngsten Studie.

          Die daran beteiligten Personen, rund 700 durchschnittlich 82 Jahre alte Männer und Frauen, lebten alle noch zu Hause und litten anfangs nicht an Demenz. Genanalysen ergaben, dass knapp 150 der Probanden die bedrohliche Spielart von APOE trugen, und zwar das Allel Epsilon 4. Wie die Forscher in „JAMA Neurology“ (Bd.70, S. 1544) berichten, wurde im Verlauf von bis zu sechs Jahren bei knapp hundert Probanden eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert, darunter 31 Fälle mit der ungünstigen Variante von APOE. Analysen ergaben, dass auffallend viele Alzheimerpatienten im Vorfeld der Erkrankung schlecht geschlafen hatten.

          Erhebliche Unterschiede

          Das galt allerdings nur für die Betroffenen mit dem riskanten Gen: Je öfter diese Probanden nachts aufwachten und je weniger erholsam somit ihr Schlaf war, desto eher kam es bei ihnen zur Demenz. Umgekehrt blieben sie häufiger verschont, wenn sie nachts gut durchschliefen. Die Unterschiede waren dabei erheblich: In Abhängigkeit von, ob sie nachts selten oder häufig wach wurden, lag das Alzheimerrisiko von Trägern des Risikogens doppelt bis viermal so hoch wie jenes von Männern und Frauen mit harmloseren Spielarten des APOE-Gens. Aber auch die (noch) nicht an Demenz erkrankten Träger des Epsilon 4-Allels blieben geistig umso rüstiger, je seltener sie nachts aufwachten. In Autopsiestudien bei 200 Verstorbenen konnten die Autoren zudem zeigen, dass schlechter Schlaf mit einer vermehrten Ablagerung von Amyloid-Beta und anderen, an der Entstehung der Alzheimerkrankheit beteiligten Proteinen im Gehirn einhergeht.

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