http://www.faz.net/-gwz-12wje

Humangenetik : "Normale" Gendefekte bei frühen Embryonen

  • -Aktualisiert am

Embryo im Achtzellstadium, etwa 48 Stunden nach der Befruchtung Bild: Universitätsklinikum Mannheim

Im Frühstadium der embryonalen Entwicklung, haben Forscher herausgefunden, kommt es oft zu gravierenden Anomalien im Erbgut. Das könnte ein Grund für die beim Menschen recht häufigen spontanen Fehlgeburten sein.

          Das Erbgut menschlicher Embryonen ist zu einem frühen Zeitpunkt der Entwicklung oft voller gravierender Fehler. Mit Hilfe neuartiger Genchips haben niederländische Forscher um Joris Vermeesch vom Universitätshospital in Leiden bei Embryonen im Vier- oder Achtzellstadium zahlreiche Chromosomenanomalien ausgemacht. J

          Jede einzelne Zelle eines jungen Embryos wies unterschiedliche Störungen auf. Manchen Chromosomen fehlte ein Stück Erbmaterial, andere waren mit einem Teilstück eines anderen Chromosoms verschmolzen, bei wieder anderen waren Teilbereiche vervielfacht. Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Untersuchungen Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden waren. Die Eizellen stammten von jungen Frauen.

          Fehlerrate von fünfzig Prozent

          Wie die Forscher in "Nature Medicine" (doi: 10.1038/nm.1924) berichteten, waren knapp die Hälfte der Embryonen fehlerhaft. In unbefruchteten Eizellen sowie befruchteten Eizellen, die sich noch nicht geteilt hatten, waren die Chromosomenanomalien nicht aufzufinden.

          Die Humangenetiker schließen aus diesem Befund, dass sich die Fehler während der ersten Zellteilungen des Embryos anhäufen. Offenbar können die Chromosomen bei den Teilungsvorgängen in der frühen Entwicklungsphase nicht so leicht auseinander weichen, sie verkleben dann miteinander beziehungsweise brechen ganz auseinander.

          Mögliche Erklärung von spontanen Fehlgeburten

          Die hohe Rate an Chromosomenanomalien könnte erklären, weshalb spontane Fehlgeburten beim Menschen recht häufig sind. Nur etwa ein Drittel der Befruchtungen im Mutterleib führt zu einer Lebendgeburt.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Mit Masken das iPhone X knacken Video-Seite öffnen

          Vietnamesische Experten : Mit Masken das iPhone X knacken

          Computerspezialisten und Biometrie-Experten aus Vietnam wollen Apples Gesichtserkennung im neuen iPhone X mit einer relativ einfach erscheinenden Maske überlistet haben. Ein Forscher zeigt hier dieser Tage in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, wie das mit dieser Maske aus Plastik, 3D-Druckermaterial, Silikon und Papierband klappen soll.

          Frosch-Forschung per App Video-Seite öffnen

          Amphibienschutz in Australien : Frosch-Forschung per App

          In Australien haben sich Biologen mit IBM zusammengetan, um eine Smartphone-App zu entwickeln, die dabei helfen soll, die vom Aussterben bedrohten Frosch-Populationen besser zu untersuchen. Die Frog-ID-App kann Frosch-Quaken aufzeichnen und melden ohne dass die Tiere dabei gestört werden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Roy Moore : Missbrauchsvorwürfe? Und wenn schon!

          Roy Moore will heute gegen den Willen des republikanischen Establishments Senator von Alabama werden. Der Missbrauchsskandal hat ihm geschadet, trotzdem hat er gute Chancen die Wahl zu gewinnen – auch weil eine Wählergruppe zu ihm hält, von der man es nicht erwartet hätte.

          Netflix veralbert seine Nutzer : Guckloch

          „Wer hat euch verletzt?“ Das Streamingportal Netflix forscht seine Nutzer aus und macht auf Twitter auch noch Witzchen darüber. Das kommt gar nicht gut an.
          Nicht nur Julia Klöckner lehnt ein Kooperationsmodell ab, auch andere führende Unionspolitiker haben für den Vorschlag wenig Begeisterung übrig.

          Kooperationsmodell : Union lehnt „KoKo“ ab

          Bei den Genossen wird der Vorstoß vom linken Parteiflügel intensiv diskutiert. Was der SPD wie eine echte Alternative scheint, stößt bei der Union jedoch auf wenig Begeisterung.
          Hemmungslose Bereicherung? Grasser und Plech im Gerichtssaal

          FPÖ-Schmiergeldaffäre : Wo woar mei Leistung?

          Einst galt Karl-Heinz Grasser als schillernde Gestalt der FPÖ. Nun wird dem Politiker vorgeworfen, systematisch an der Einwerbung von Schmiergeldern beteiligt gewesen zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.