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Gehirnbau bei Frauen und Männern : Kleine Unterschiede

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Das menschliche Gehirn Bild: obs

Männer haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, Frauen ein besseres Gedächtnis: Diese Unterschiede können Forscher jetzt mit Erkenntnissen über die Vernetzung im Gehirn belegen.

          Die Hirne von Männern und Frauen sind offenbar deutlich verschieden verdrahtet. Während es in weiten Teilen des weiblichen Gehirns viele Kontakte zwischen den beiden Hirnhälften gibt, bestehen bei Männern mehr Verknüpfungen innerhalb der Gehirnhälften, berichten amerikanische Forscher in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften (doi/10.1073/pnas.1316909110).

          Die anatomischen Unterschiede könnten die oft beschriebenen unterschiedlichen Fähigkeiten von Männern und Frauen erklären. So könnten Männer dank ihrer Hirnarchitektur ihre Wahrnehmungen besser in koordinierte Handlungen umsetzen und sind motorisch begabter, Frauen hingegen können analytische und intuitive Informationen besser miteinander verbinden, sind sozial intelligenter und haben ein besseres Erinnerungsvermögen, schreiben die Forscher. Die Gruppe um Madhura Ingalhalikar und Ragini Verma von der University of Pennsylvania in Philadelphia hatten die Verbindungen innerhalb des Gehirns mit der Diffusions-Tensor-Bildgebung untersucht. Dabei können über die Bewegungen von Wassermolekülen Rückschlüsse auf den Verlauf der Nervenfasern gezogen werden. Sie wendeten das Verfahren bei 950 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 8 und 22 Jahren an. Für die Auswertung unterteilten die Forscher das Gehirn in 95 Unterbereiche.

          Längere Nervenverbindungen bei Frauen

          Die Untersuchung ergab, dass männliche Gehirne offenbar für eine Kommunikation innerhalb der Hirnhälften optimiert sind. So hatten zum Beispiel einzelne Unterbereiche des Gehirns viele Verknüpfungen mit ihren direkten Nachbarbereichen. Es gab also mehr lokale Verbindungen mit kurzer Reichweite. Bei Frauen hingegen fanden die Wissenschaftler mehr längere Nervenverbindungen vor allem zwischen den beiden Gehirnhälften. Nur im Kleinhirn war es genau andersherum: Dort gab es bei den Männern viele Verbindungen zwischen den, bei Frauen innerhalb der beiden Hälften. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verstärkten sich im Laufe der Altersentwicklung, zeigte die Untersuchung weiter.

          In verschiedenen Verhaltensstudien war schon zuvor festgestellt worden, dass sich Frauen statistisch gesehen Wörter und Gesichter merken können, aufmerksamer sind und bessere soziale Fähigkeiten haben als Männer. Diese wiederum konnten räumliche Informationen besser verarbeiten und schnitten bei motorischen Aufgaben besser ab. Die beobachteten Unterschiede in der Hirnverknüpfung deckten sich mit diesen Beobachtungen, schreiben die Wissenschaftler.

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