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Flugdrachen : Meister des Gleitflugs

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Von Baum zu Baum: Ein Flugdrachenexemplar der Gattung Draco Bild: http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0189573

Flugdrachen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie haben eine spezielle Art entwickelt, durch die Lüfte zu segeln. Hindernissen weichen sie elegant aus – und die Landung gelingt auch punktgenau.

          Flugdrachen machen ihrem Namen alle Ehre. Um von einem Baum zum anderen zu gelangen, benötigen diese Echsen aus der Gruppe der Agamen keine Brücke aus Ästen und Zweigen. Statt zu Fuß zu gehen, spreizen sie fünf bis sechs Paar Rippen ab, die stark verlängert sind. Mit den dazwischen ausgespannten Flughäuten können sie dann im Gleitflug Dutzende von Metern zurücklegen. Meist werden diese fliegenden Reptilien mit frei nach vorne gestreckten Armen dargestellt. Vermutlich aus folgendem Grund: Um sicher zu landen, müssen sich Flugdrachen schließlich flugs an einem Ast oder Baumstamm festkrallen können. Damit sie ihren Landeplatz zielsicher ansteuern können, sollten Flugdrachen nach gängiger Ansicht die Muskeln an ihren verlängerten Rippen zu Hilfe nehmen. Das scheint aber wenig plausibel: Diese Rippen können sich zwar dank eigener Muskulatur fächerförmig spreizen und wie ein Regenschirm auch wieder zusammenklappen. Da die fraglichen Muskeln ursprünglich – wie in unserem Brustkorb – zum Ein- und Ausatmen dienten, arbeiten sie aber rechts und links synchron. Deshalb ist es schwer vorstellbar, dass sich die aufgespannten Flughäute als tauglich erweisen, wenn es im Luftraum herumzukurven gilt.

          Dass Flugdrachen ihre Manövrierfähigkeit auf ganz andere Weise steigern, hat Maximilian Dehling von der Universität Koblenz-Landau bei einem Forschungsaufenthalt im Südwesten von Indien beobachtet. Demnach nutzen die fliegenden Echsen ihre Arme zum Steuern und zum Lenken. Denn gleich zu Beginn des Gleitflugs koppeln sie diese Gliedmaßen an den vorderen Rand der Tragflächen an. Als Forschungsobjekt diente Dehling der Flugdrache Draco dussumieri. Diese zierliche Echsen mit gut fingerlangem Körper und etwas längerem Schwanz, tummeln sich an Plantagen mit Kokos- und Betelnusspalmen. Von ähnlicher Statur sind auch die anderen mehr als drei Dutzend Vertreter der Gattung Draco, die vor allem in Südostasien heimisch ist.

          Steuern mit den Vorderbeinen

          Mit einer Kamera dokumentierte Dehling, wie die Flugdrachen munter von einem Palmenstamm zum anderen durch die Luft segeln. Was der Forscher bei der anschließenden detaillierten Analyse der Bildsequenzen herausgefunden hat, berichtet er jetzt in der Online-Zeitschrift „Plos One. Da Flugdrachen ihren Rücken nach dem Absprung stets deutlich krümmen, wölben sich die entfalteten Flughäute ähnlich wie der Gleitschirm eines Paragilders. Gleichzeitig strecken sich die Arme und bewegen sich nach hinten und oben. Binnen Bruchteilen einer Sekunde erreichen sie den vorderen Rand der Tragflächen, wo die Hände sofort zugreifen und sich an der Oberseite festklammern. Derart handgreiflich verankert, ziehen die ausgestreckten Arme die Flughäute noch etwas mehr in die Breite. Als neue, massive Vorderkante verändern die Arme zudem das Profil der Tragflächen und verbessern damit wohl auch die aerodynamischen Eigenschaften.

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