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Veröffentlicht: 22.03.2017, 09:41 Uhr

Pinguinforschung Schlanke Linie gibt Halt

Wissenschaftler haben die Auswirkungen einer Gewichtsabnahme bei Pinguinen erforscht. Dabei kam heraus, dass dicke Pinguine mit bestimmten Nachteilen zu kämpfen haben.

von Diemut Klärner
© dpa Stolzer Königspinguin

Wohlgenährte Königspinguine sind nicht so sicher auf den Beinen wie schlanke. Das berichten Wissenschaftler der University of Roehampton in London in der Zeitschrift „PloS One“. Während eines Forschungsaufenthalts auf der Possession-Insel, einer der Crozet-Inseln, fingen sie vor Beginn der Brutzeit einige Pinguinmännchen, um sie über ein Laufband spazieren zu lassen. Nach zwei Wochen ohne Nahrung hatten die tierischen Probanden etwa ein Sechstel ihres Körpergewichts verloren und wurden erneut getestet. Anders als übergewichtige Menschen machten die Vögel mit üppigen Fettpolstern keineswegs kleinere Schritte als nach ihrer zweiwöchigen Fastenzeit.

Bild 882 / ANTARCTIC - A Tribute to Life in the Polar Regions / Pinguine mit braunem Gefieder © Michael Poliza. www.michaelpoliza.com Vergrößern Wenn der Nachwuchs gefüttert werden sollen, bleibt den Königspinguinen nichts anderes übrig, als sich wohlgenährt und mit gefülltem Magen auf den Weg zu machen.

Wie detaillierte Analysen zeigten, veränderte sich ihr Gang aber doch mit dem Körpergewicht: Hatte ein Königspinguin ein paar zusätzliche Pfunde, so war seine Schrittlänge variabler. Wie weit er sich beim Gehen nach vorne beugte, variierte ebenfalls stärker. Durch mehr Bauchfett verlagert sich der Körperschwerpunkt vermutlich derart, dass es den Tieren schwerer fällt, das Gleichgewicht zu halten.

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Dafür spricht auch die Beobachtung, dass die Pinguine, während sie vom Meer zur Brutkolonie zurückmarschieren, häufiger hinfallen als abgemagerte Artgenossen auf dem Weg zu den Fischgründen. Dort fressen sich die Königspinguine nicht nur Fettpolster an, von denen sie dann bis zu einem Monat lang zehren müssen. In ihrem wohlgefüllten Magen bringen sie auch Fisch für den Nachwuchs mit. Dass sie derart beladen leichter aus dem Gleichgewicht geraten, schadet aber wohl nichts. Denn Königspinguine nutzen als Brutplatz kleine Inseln, auf denen ihnen keine Gefahr droht. Ihr eigentliches Element ist das Wasser. Im Meer können sie nicht bloß mehr als dreihundert Meter weit in die Tiefe tauchen. Mit einer Geschwindigkeit von sieben bis acht Kilometern pro Stunde sind sie schwimmend auch mehr als fünfmal so schnell unterwegs wie an Land auf ihren kurzen Beinen.

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