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Veröffentlicht: 29.11.2013, 11:50 Uhr

Komet „Ison“ nicht verglüht Überlebt! Aber wie?

Am Ende blieb nicht mehr als einen Funken Hoffnung. Und er war berechtigt. Nach seiner Annäherung auf gut eine Million Kilometer an die Sonne tauchte „Ison“ wieder auf. Ist er zum Zombie-Kometen geworden?

von Jan Hattenbach
© SOHO - Nasa/ESA Ison nach der Annäherung an die Sonne. Ison ist der Fleck über der Sonne, der helle Stern, links unten Ist Antares im Sternbild Skorpion.

Komet Ison will einfach nicht aufhören, die Fachwelt zu überraschen: Noch bevor der Schweifstern gestern abend seinen sonnennächsten Punkt erreicht hatte, waren sich die Astronomen einig: Ison ist im Fegefeuer der Sonne vollständig zerbrochen. Die Weltraumagenturen Esa und Nasa verkündeten über Twitter sein Ableben.

Über 2000 Kometen haben die Forscher schon auf diese Weise auf den Bildern der europäisch-amerikanischen Sonnensonde SOHO verglühen sehen – doch Ison ist anders. Wenige Stunden nach seinem Sonnenvorbeiflug tauchte zuerst auf dem Nahbereichs-, dann auch auf dem Weitwinkelkoronografen von SOHO ein Objekt auf, das sich entlang der ursprünglichen Bahn des Kometen wieder von der Sonne fortbewegt.

Der um das Feuer tanzte Ison nach der Annäherung an die Sonne. Ison ist der Fleck über der Sonne, der helle Stern, links unten Ist Antares im Sternbild Skorpion. © SOHO - Nasa/ESA Bilderstrecke 

Die meisten Astronomen vermuten, dass es sich um die Trümmerwolke des zerbrochenen Kometenkerns handelt – auch eine solche Beobachtung wäre nicht neu. Doch auf den neuesten Bilder von heute Morgen nimmt die Helligkeit der Wolke wieder zu. Befindet sich vielleicht doch noch ein aktiver Restkern darin?

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Möglich also, dass die Todesmeldungen verfrüht waren. Die Mehrheit der Experten geht allerdings von einem eher kurzlebigen „Zombie-Kometen“ aus: einer Staubwolke ohne festen Kern, die sich in den nächsten Tagen auflösen sollte. Der Komet – oder was von ihm übrig ist – kann noch wenige Tage mit den Sonnensatelliten SOHO und STEREO beobachtet werden. Ob er danach den Sternguckern doch noch ein – reduziertes – Himmelsschauspiel beschert, kann derzeit niemand vorhersagen.

ESA-Experte Gerhard Schwehm, der uns gestern im Live-Chat begleitete, meint zu den Aussichten: „. An der Art wie der Schweif aufgefächert ist, denken ich doch, dass der Kern auseinandergefallen
ist und wir wirklich sehr viel Staub sehen.“ Und was die nächsten Wochen angeht: „Wenn wir aber in 10 Tagen, wenn der Komet auf der Nordhalbkugel beobachtbar ist wieder einen normalen Kometen sehen, sicher viel schwaecher und nur mit
einem guten Binokular, dann muss doch ein größeres Bruchstück ueberlebt
haben.“

Quelle: F.A.Z.

 

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