11.03.2010 · Nach der andauernden Kritik am Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dargelegt, wie dessen Arbeit überprüft werden soll. IPCC-Chef Pachauri gesteht derweil ein, manche Klimaforscher hätten kommunikativ einen „lausigen Job“ gemacht.
Von Matthias WyssuwaNach der andauernden Kritik an dem Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bekanntgegeben, wie die Arbeit des IPCC überprüft werden soll. Es werde dazu ein von den Vereinten Nationen unabhängiges Beratungsgremium eingerichtet, das die Forschungsprozeduren und Managementstrukturen begutachten werde, sagte Ban in New York.
Dass die Arbeitsweisen des Klimarats überprüft werden sollen, wurde bereits vor zwei Wochen während des jährlichen Treffens des UN-Umweltprogramms (Unep) auf Bali bekannt, an dem Umweltminister aus mehr als hundert Staaten teilnahmen. Konkrete Angaben zu der Prüfung aber wurden damals noch nicht gemacht. In die Kritik geraten war der IPCC in den vergangenen Monaten, nachdem Fehler in dem jüngsten, dem vierten Sachstandsbericht offenbar wurden. Die Berichte des IPCC sollen die wissenschaftliche Grundlage für die Klimaverhandlungen der UN bilden.
Ban: „Sehr kleine Zahl von Fehlern“
Ban sagte, die Bedrohung des Klimawandels sei real. Obwohl es eine „sehr kleine Zahl von Fehlern“ in dem 3000 Seiten starken vierten Sachstandsbericht gebe, sehe er keine Anzeichen, die dessen „fundamentale Erkenntnisse“ in Frage stellten.
Der Vorsitzende des IPCC, Rajendra Pachauri, wird in der Zeitung „New York Times“ mit den Worten zitiert, er und manche seiner Kollegen hätten eine „lausige Arbeit“ dabei gemacht, zu kommunizieren, was genau über die Entwicklung des Weltklimas bekannt ist. Auch hätten sie nicht angemessen auf Kritik reagiert.
„Garantie für fundierte Ergebnisse“
Mit der Überprüfung des IPCC hat Ban das Inter Academy Council (IAC) beauftragt. Das IAC hat seinen Sitz in Amsterdam und vereint Wissenschaftsakademien aus 15 Ländern, auch Deutschland ist vertreten. Leiten soll die Überprüfung der Vorsitzende des IAC, der Physiker Robbert Dijkgraaf. Das Ziel der Untersuchung sei es, sagt er in New York, den Staaten der Welt zu garantieren, dass sie fundierte wissenschaftliche Ergebnisse erhalten, auf deren Grundlage sie Entscheidungen fällen könnten.
Untersucht werden soll der Umgang der Wissenschaftler im Klimarat mit Datensätzen als auch mit Studien. Hierzu soll auch ein Leitfaden erstellt werden, der festlegt, wie bestimmte Studien, vor allem die sogenannte Graue Literatur, behandelt werden sollen. Geprüft werden aber auch Managementstrukturen des Klimarats und seine Öffentlichkeitsarbeit. Ausdrücklich bezieht sich die Überprüfung dabei nur auf die Arbeitsweisen des Klimarats - jedoch nicht auf die Inhalte seiner Berichte.
Bis Ende August soll der Abschlussbericht des IAC vorliegen, die nächste Vollversammlung des IPCC ist im Oktober. Dann soll auch die Arbeit an dem fünften Sachstandsbericht offiziell beginnen, die Nominierung der Wissenschaftler läuft bereits.
Edenhofer: „Der erste Schritt hin zur Neuausrichtung des Klimarats“
Zustimmung zu den Plänen von Ban kommt aus Deutschland. Es sei wichtig, „das Vertrauen in die Arbeit des IPCC wiederherzustellen“, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Bundesregierung unterstütze die Arbeit des Klimarats zwar uneingeschränkt, seine Arbeit sei „wichtig und unverzichtbar“, doch müsse er auch zu seinen Fehlern stehen. Von der Prüfung erhoffe das Ministerium sich eine „Stärkung und des Ansehens und des Vertrauens in den Klimarat.“
Der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer, der auch Leiter der dritten Arbeitsgruppe des IPCC ist, begrüßte ebenso die Einrichtung des unabhängigen Untersuchungsgremiums. Er sagt der F.A.Z., dies sei der erste Schritt hin zur „Neuausrichtung des Klimarats“.
Die Fehler seien Anlass, darüber nachzudenken, was die Rolle des IPCC in Zukunft sein soll. „Wir brauchen diese wissenschaftliche Politikberatung“, sagte Edenhofer. Die Wissenschaftler des IPCC müssten aber verhindern, „in die Rolle von Ersatzpolitikern gedrängt zu werden“.
Klimaschwindel
Juri Garkov (JuriGarkov)
- 11.03.2010, 17:04 Uhr
Das Ziel wird schon wieder vorgegeben
Edda Kuhlmann (DTaggert)
- 11.03.2010, 18:06 Uhr
die Sau ist noch nicht zuendegemolken
Karl Hammer (cromagnon)
- 11.03.2010, 18:13 Uhr
Weil Rajendra Rachauris Porträt so schön ist,
Peter Zentner (Caterwaul)
- 11.03.2010, 18:46 Uhr
Fuer mich steht ausser Frage ...
Christian Oppenländer (Contraton)
- 11.03.2010, 18:46 Uhr