18.12.2009 · Die Weltklimakonferenz liefert Anschauungsmaterial wie Schwellenländer „Verantwortung“ übernehmen. Die (vermeintlichen) Superstars von morgen, China vor allem und Indien und Brasilien, sind kühle Interessenmaximierer - selbstlose Anführer der Schwachen sind sie nicht.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDie Weltklimakonferenz hat in vielerlei Hinsicht Anschauungsmaterial geliefert, zum Beispiel wie Schwellenländer die „Verantwortung“ wahrnehmen, die ihnen aufgrund ihrer Wirtschaftsstärke zukommt. Sie bilden Blockadebündnisse, setzen die alten Industrieländer moralisch unter Druck und suchen ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung - also den Ausstoß von Treibhausgasen - von Auflagen möglichst freizuhalten.
Die (vermeintlichen) Superstars von morgen, China vor allem und Indien und Brasilien, sind kühle Interessenmaximierer, was legitim ist, aber selbstlose Anführer der Schwachen und der angeblich dem Untergang Geweihten sind sie nicht. Brasilien und Indien übrigens sind auch schon bei den Handelsverhandlungen als erfolgreiche Verhinderer aufgefallen. Mit anderen Worten: Da der Aufstieg dieser Länder sich mutmaßlich fortsetzen und somit ihre Verhinderungsmacht weiter zunehmen wird, muss man annehmen, dass es künftig nicht leichter werden wird, in globalen Fragen Einvernehmen zu zu erzielen. Schöne, neue multipolare Welt.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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