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Weltklimabericht : Dürren, Überschwemmungen und Hungersnöte 

Gewaltige Dürren wie auf diesem Bild aus Indonesien, gleichzeitig vielerorts Überschwemmungen: Die Prognosen des Weltklimaberichts sind trotz vieler Relativierungen düster Bild: dpa

Der Weltklimarat lässt nicht locker: Mit so viel Datenmaterial wie nie zuvor erhöht er den Druck auf die Politik. Hunger, Krankheiten, Wetterextreme und schrumpfende Einkommen - was wird der Klimawandel kosten?

          Wann wird der globale Klimawandel für Mensch und Natur gefährlich? Über diese Frage dürfte nach der Veröffentlichung des zweiten Teils zum neuen Weltklimabericht in der Nacht zum Montag noch einmal intensiver diskutiert werden, denn der zwischenstaatliche Klimarat hat mit einigen neuen Risikoanalysen zu den Folgen und Anpassungsstrategien an den Klimawandel neue Eckpunkte gesetzt. In der japanischen Hafenstadt Yokohama waren eine Woche lang mehrere hundert Wissenschaftler und Regierungsvertreter zusammengekommen, um die exakten Formulierungen für die „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ abzustimmen. Viele Nächte wurde durchdiskutiert und am Ende eine 48-seitige Zusammenfassung des mehr als zweieinhalbtausend Seiten umfassenden Forschungsberichts der Arbeitsgruppe 2 beschlossen. In der heißt es: „Die Effekte der globalen Klimaerwärmung sind nach Einschätzung des Weltklimarates IPCC auf allen Kontinenten sowie in den Ozeanen erkennbar.“

          Bild: IPCC
          Joachim  Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Außerdem, so steht es in der politischen Botschaft des „Intergovernmental Panel on Climate Channge“ (IPCC), werden die Veränderungen schon bei einer weiteren Erwärmung von moderaten ein bis zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau „beträchtlich“ sein. Im Jahr 1988 war der Weltklimarat von den Vereinten Nationen und der Welt-Meteorologiebehörde gegründet worden. Kurz darauf erschien der erste Weltklimabericht.

          Die neue Bestandsaufnahme zu den Folgen, Anpassungen und Verwundbarkeit unterscheidet sich wesentlich vom entsprechenden Teilbericht des vorhergehenden, vierten Weltklimareports, der im Jahr 2007 erschienen war. Zum ersten Mal hat man versucht, viele der Folgen und Risiken nach wissenschaftlichen Kriterien systematisch zu beschreiben. Grundlage dafür war, dass die Forschung in vielen Bereichen in den vergangenen Jahren enorm viele Daten gesammelt hat. So basiert der neue Teilbericht auf etwa doppelt so vielen wissenschaftlichen Studien wie noch sein Vorgänger. Zudem hat man nach selbst verschuldeten Skandalen um falsche Prognosen zum Gletscherschwund im Himalaya und Überschwemmungsgefahren in den Niederlanden darauf geachtet, nur begutachtete Studien zu berücksichtigen.

          Bild: IPCC

          Nicht immer hat die streng wissenschaftliche Herangehensweise allerdings die Klarheit der Aussagen vergrößert. In dem Kapitel zur Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung etwa wurde sichtlich um die korrekte Einschätzung gerungen. Grundsätzlich sei für die drei Hauptnahrungsmittel  bei einer weiteren Erwärmung um durchschnittlich zwei Grad mit „negativen Auswirkungen des Klimawandels“ zu rechnen - allerdings könnten auch einige Gebiete von der Erwärmung profitieren. Je nach Getreideart und Region geht ein Zehntel der ausgewerteten IPCC-Prognosen von einer Steigerung der Erträge um mehr als zehn Prozent bis zur Jahrhundertmitte aus, ein weiteres Zehntel prophezeit dem Bericht zufolge allerdings erhebliche Verluste: Einbussen von mehr als 25 Prozent seien möglich. Klar sei nur, dass bei einer starken weiteren Erwärmung nach 2050 die Erträge wegen der Wetterextreme und Trockenheit deutlich abnehmen würden. Für Weizen, Mais und Soja gelte das weit mehr als für das in Asien überwiegend genutzte Grundnahrungsmittel Reis.

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