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Schwieriges Studium Wie wird man eigentlich Klimaforscher?

Die Biogeochemoökonomen sind die Experten für unser Überleben. Studieren kann man das so wenig wie Erdsystemanalyse. Was also studiert man stattdessen? Sicher ist, dass künftige Forscher fit in Mathematik und Informatik sein sollten.

© picture-alliance/ dpa Vergrößern Den Königsweg zur Klimatologie gibt es nicht

John Schellnhuber ist so etwas wie der Mann der Stunde an der Seite der Bundeskanzlerin. Physiker sind sie beide. Und nicht nur deswegen sprechen sie, wenn es um den drohenden Klimakollaps geht, eine gemeinsame Sprache. Im Grunde verstehen sich beide als Verwalter des Planeten Erde, die eine, Frau Merkel, auf der politischen Weltbühne, der andere als Politikberater aus den Tiefen der Wissenschaft heraus.

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Erdsystem-Management, das ist in der Tat so etwas wie Schellnhubers wissenschaftliche Erfindung. Von der Theoretischen Physik und Mathematik kommend über die Klimaforschung hin zur Rundum-Erdsystemanalyse, das war sein akademischer Weg, der ihn unter dem Namen Hans Joachim Schellnhuber zum Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und anschließend - mit der englischen Namensanpassung „John“ - zum Forschungsdirektor am Tyndall Centre for Climate Change in Norwich geführt hat. Schellnhuber ist, wenn man so will, der Prototyp eines modernen Klimatologen.

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Klimatologie ist kein einheitliches Studienfach

Früher studierte man gezielt Meteorologie oder Geophysik, viele Geographie oder Ozeanographie, und schon war man mittendrin in der Klimaforschung. Heute gilt das auch - Meteorologie zum Beispiel gibt es noch an zwölf deutschen Universitäten. Aber viele Wege führen inzwischen von Dutzenden anderer, vor allem auch theoretischer Fächer in die Klimatologie.

Wer Klimamodelle entwickeln und diese Computersimulationen etwa zur Prognose nutzen will, worauf mittlerweile weder die Historiker - die Paläoklimatologen - noch die Atmosphärenchemiker verzichten können, der kommt ohne Mathematik und Informatik nicht mehr aus. Mehr noch: Wer es etwa als Biologe oder Mikrobiologe versteht, die Stoffflüsse aus den vielfältigen Atmungs- und Abbauprozessen in der Natur in sinnvolle und reproduzierbare Formeln zu gießen, hat heute die besten Chancen, es in der Klimaforschung zu etwas zu bringen.

Nur eines verbindet all diese Spezialisten für die Erdsystemanalyse gewiss nicht: einen speziellen Lehrstuhl oder ein einheitliches Studienfach Klimatologie mit einer geordneten und eigenständigen Prüfungsordnung. Den Königsweg zur Klimatologie gibt es nicht. Als Klimaforscher arbeitet man bestenfalls oder nennt sich so. Am Ende eines Fachstudiums, sagen wir sechs Semester Bachelor-Studium Meteorologie und vier weiteren Semestern zum Master-Meteorologe, findet man sich im Kreise von Quereinsteigern wieder.

Klimaneutralität ökologisches Mantra

Es ist diese - noch dazu globalisierte und vorwiegend englischsprachige - Netzwerkkultur, die die Klimatologie prägt. Und letzten Endes zur unangefochtenen Königsdisziplin der Umweltwissenschaften gemacht hat. Nachhaltigkeit war das politische Schlagwort, das aus der Ökologie der achtziger Jahren geboren wurde, Klimaneutralität ist das ökologische Mantra der Stunde.

Ein erdumspannendes Phänomen. Und so treiben sich die Klimaforscher in allen Winkeln des Globus herum. Mal mit dem Auftrag, in Sibirien Daten zu sammeln, was bei den gewaltigen Lücken, die das weltweite Klimaforschungsnetz noch immer hat, oft eine der entbehrungsreichsten Aufgaben ist.

Ernst-Detlef Schulze, Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie (der Name zeigt die Diffusion der Disziplinen) in Jena, etwa hat wie die Forscher am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven beste Verbindungen zu russischen Klimaforschern und schickt seine Nachwuchswissenschaftler regelmäßig ins ferne Sibirien, um dort die Veränderungen der Gasflüsse und des Permafrostbodens mit entsprechendem Gerät zu analysieren.

Lineare Prozesse selten in der Natur

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