02.02.2007 · Wenn amerikanische Politiker vom Klimaschutz reden, sprechen sie eigentlich über Ölimporte. Dieser Umweg ist notwendig, um Amerika davon zu überzeugen, beim Klimaschutz aktiv zu werden. Mittlerweile ist auch dort manches in Bewegung gekommen.
Von Horst RademacherWenn amerikanische Politiker vom Klimaschutz reden, sprechen sie eigentlich über Ölimporte. So schlug Präsident Bush in seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation ein Gesetz vor, das eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs im kommenden Jahrzehnt um zwanzig Prozent vorsieht. Das werde die Abhängigkeit Amerikas von ausländischem Öl verringern, sagte Bush.
Den Klimaschutz erwähnte er in einem Nebensatz. Auch der kalifornische Gouverneur Schwarzenegger begründet seine Vorschläge zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes mit dem Wunsch, sich aus den „Fesseln der Opec“ zu befreien.
Führungsrolle Kalifornien
Womöglich ist der argumentative Umweg notwendig, um Amerika von der Notwendigkeit zu überzeugen, in Sachen Kohlendioxidemissionen aktiv zu werden. Die Vereinigten Staaten verhielten sich im Klimaschutz bisher zögerlich, obwohl sie bei weitem mehr Kohlendioxid produzieren als jedes andere Land. Dennoch ist manches in Bewegung gekommen.
Dabei nimmt Kalifornien die Führungsrolle ein: Nirgends sonst fahren so viele Fahrzeuge mit Hybridantrieb wie in den Bundesstaaten am Pazifik. Immer mehr kalifornische Hausbesitzer produzieren ihren eigenen Strom mit Sonnenzellen auf dem Dach. Was sie dabei selbst nicht verbrauchen, können sie gegen entsprechende Vergütung ins Netz einspeisen.
Kürzlich wurde in der Landesversammlung sogar ein Gesetzentwurf eingebracht, nach dem ab dem Jahre 2012 in Kalifornien keine gewöhnlichen Glühbirnen, sondern nur noch Leuchtstofflampen oder Leuchtdioden verkauft werden dürften. Aber auch in anderen Bundesstaaten besinnt man sich des Energiesparens. So ist die Wärmeisolierung der aus Holz gebauten Häuser inzwischen fast überall Pflicht.
Durch neue Technologien Emissionen verringern
In Kanada hat sich ein Umschwung in die andere Richtung vollzogen. Bereits im Jahre 2002 hatte das Parlament das Kyoto-Protokoll ratifiziert und wollte in den folgenden zehn Jahren die Kohlendioxidemissionen um sechs Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Die vor einem Jahr gewählte konservative Regierung Harper erklärte dies aber für unerreichbar.
Statt fester Quoten will man nun, ähnlich wie Präsident Bush es vorschlägt, durch die Entwicklung neuer Technologien die Emissionen verringern. Nach Harpers Amtsantritt trat Kanada der Asiatisch-pazifischen Partnerschaft für saubere Entwicklung und Klima bei.